[BR] Andrzej Sapkowski – Das Schwert der Vorsehung

Klappentext:

Obwohl es sein Ehrenkodex als Hexer eigentlich verbietet, schließt sich Geralt von Riva einer Gruppe von Drachenjägern an – denn Yennefer, seine verlorengeglaubte Geliebte, ist unter ihnen …

Inhalt:

Geralt von Riva, der bekannte Hexer, ist mal wieder auf Monsterjagd, und trifft in diesem zweiten Kurzgeschichtenband immer wieder auf seine einstige Geliebte, die Zauberin Yennefer. Die beiden verbindet ein starkes Band, dennoch schaffen sie es nie, wirklich glücklich zusammen leben zu können. Da sind einmal Geralts emotionale Einschränkungen durch die Hexermutation, deren Auswirkungen er selbst nicht genau benennen kann, und zum Anderen Yennefers Eifer, endlich ein Heilmittel gegen ihre eigene Unfruchtbarkeit zu finden. Denn das ist es, was die Magie in Sapkowskis Werken anrichtet: sie nimmt die Fähigkeit, Kinder zu bekommen, und ihre Opfer sind gezeichnet von dem stetigen Hadern mit ihrer eigenen Unsterblichkeit und der Suche nach dem Sinn in ihrem Leben. Da trifft Geralt auf die entflohene Prinzessin Ciri, ein kleines Mädchen, welches sich an seine Fersen heftet und behauptet, seine Vorsehung zu sein. Und es bleibt offen, wie lange Geralt sich gegen seine Bestimmung wehren kann …

Schreibstil:

Sapkowskis Schreibstil gefällt mir sehr gut, er lässt seine Beschreibungen nicht ausufern, sondern schreibt klar, sachlich, aber bildhaft, sodass die Figuren vor dem inneren Auge problemlos lebendig werden. Dabei scheut sich der Autor auch nicht vor einer derben Sprache, welche die düstere Atmosphäre des Geschehens nur noch unterstreicht. Schnörkellos, realistisch und spannend baut er die Handlung auf und lässt die philosophischen Aspekte, die mich an seinen Geschichten so beeindrucken, nie dröge oder aufgezwungen wirken.

Meinung:

Der zweite Band Sapkowskis ist mal wieder eine reine Sammlung von Kurzgeschichten, welche nicht nur den Hexer Geralt, sondern auch die Fantasywelt mit ihren Anschauungen, Mythen und Legenden vorstellt. Dabei steht mal wieder Geralt und sein Hexerhandwerk im Vordergrund, welches beinhaltet, dass er Monster und Ungeheuer, die Städte und Dörfer bedrohen, für Geld aus dem Verkehr zieht. Neben den wirklich gefährlichen Scheusalen sind aber auch immer wieder jene Wesen unter den vermeintlichen Bösewichten, die ihre eigenen Beweggründe haben und nicht in Schwarz oder Weiß zu klassifizieren sind. So wird Geralt immer wieder mit seiner Pflicht und den eigenen Moralvorstellungen konfrontiert und es ist gerade dieser Aspekt, der mir an den Büchern so gefällt. Was bedeuten die eigenen Moralvorstellungen gegenüber der Pflicht? Exisitiert so etwas wie Schicksal? Kann man der eigenen Bestimmung entfliehen? Aber auch andere Themen, wie die Ausbeutung der Natur oder Diskriminierung von vermeintlich Andersartigen sind ein großes Thema dieses Buches. All diese Aspekte webt Sapkowski geschickt in die Handlung rund um den Hexer ein, zusammen mit uns bekannten Märchen und Sagen, die so in einem ganz neuen, vermutlich realistischerem Licht erscheinen. Tolle, düstere Fantasy, die einen das eine oder andere Mal zum Grübeln bringt. Punkte Abzug gibt’s jedoch für Yennefer – ich kann die dumme Ziege einfach nicht ausstehen! Sorry, Geralt …

Advertisements

2 Gedanken zu “[BR] Andrzej Sapkowski – Das Schwert der Vorsehung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s