Monat: Juni 2013

Begegnungen der dritten Art

Habe ich grundsätzlich in der Straßenbahn. Irgendwie lassen sich immer die verschwitzten, schnaufenden, überdimensionierten oder total hackedichten Menschen einfallen, sich neben mich zu setzen. Dazu kommt noch, dass ich anscheinend auf diese Gattung wirke, als wäre ich der perfekte Ansprechpartner für all ihre Sorgen und Nöte. Wie auch heute wieder. Also gut, so schlimm, wie der dicke, schielende, alkoholisierte Mann, der vor versammelter Menge in der Bahn auf mich zeigte und „Igitt, ist die hässlich!“ brüllte, war es nicht. Aber das erreicht eh so schnell niemand.

Es setzte sich eine ziemlich merkwürdig riechende Dame vor mich auf den Vierersitz, mit einem fleckigen Stoffbeutel mit undefinierbaren Inhalt und einer ziemlich dicken, feucht glänzenden Unterlippe mit so einem gelben Knubbel im Mundwinkel, den ich wirklich nicht weiter definieren möchte. Ich, verträumt aus dem Fenster schauend, beachtete sie nicht weiter, bis es hieß:  „Kann ich Sie mal was fragen?“ Alles in mir schrie Neeeiiiin, doch ich dachte mir „Okay, sei lieb, kann ja keiner was dafür, dass du nach Feierabend prinzipiell auf PMS bist.“

Und es entspann sich ungefähr folgender Dialog:

Sie (mir einen zerknitterten Lebensmittelladen-Coupon hinhaltend): „Was steht da?“

Ich (eloquent wie eh und je): „Hä?“

Sie: „Da…was steht da?“

Ich: „Dass sie zwei Euro Rabatt kriegen, wenn Sie für zwanzig Euro dort einkaufen.“

Ich: „Sie kriegen zwei Euro wieder, wenn Sie für zwanzig Euro da was kaufen.“

Sie: „Kann ich da auch Zigaretten kaufen?!“

Ich (mich voll nett und sozial engagiert fühlend): „Wenn Sie damit die zwanzig Euro voll kriegen, bestimmt.“

Sie: „Kann ich dafür Zigaretten kaufen?“

Ich (Kann ich hier aussteigen??? Mist, bin grade erst los gefahren … Das nette, sozial engagierte Gefühl hat wohl ihr lieblicher Schweißgeruch übertüncht): „Ja, bestimmt.“

Sie: „Kann ich mir die zwanzig Euro auszahlen lassen?“

Ich (langsam einen regelrechten Zwang entwickelnd, auf diesen gelben Knubbel zu starren): „???“ und dann „Nee, das geht nicht.“

Sie: „Wo kann ich damit einkaufen?“

Ich: „Keine Ahnung, ich kauf sonst immer woanders ein.“

Sie: „Wieviel kosten die Zigaretten da?!“

Sie (mich am Knie berührend. Ihre Hände haben eine leicht bräunliche Verfärbung. In solchen Momenten wünschte ich, dass zuckende, gleißende Blitze aus meinen Augen schießen. Etwa so!): „Junge Frau … Wieviel kosten die Zigaretten da?!“

Ich (es noch immer mit den Blitzen versuchend): „Ich hab keine Ahnung, wo Zigaretten wieviel kosten …“

Meine Haltestelle. Ich verlasse fluchtartig die Bahn und überlasse die wissenshungrige Frau den beiden Teenies, die mich die ganze Zeit mitleidig angeschaut haben. Das nächste Mal klappt das mit den Blitzen. Oder ich hab endlich ein Auto, dann bin ich endlich der einzige, komische Mensch in einem Fortbewegungsmittel! Hach, an solchen Tagen wie heute werden Online-Welten wieder so überaus verlockend…

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[Erste Eindrücke] Neverwinter

Die Vergessenen Reiche liegen mir stets besonders am Herzen, was in regelmäßigen Abständen traurig vor sich hin blutet, weil keine Spiele mehr in dieser Welt veröffentlicht werden. Sei es die Welt der Ebenen von Planescape Torment, die Welt Faerûns aus „Baldurs Gate“, „Icewind Dale“ und „Neverwinter Nights“ – ich fühle mich überall heimisch und zuhause. Umso erfreuter war ich, als ein neues Spiel in dieser Welt angekündigt worden ist und das auch noch rund um die Stadt, in der ich in früheren Spielen schon oft unterwegs war: Neverwinter.

Wie immer kritisch betrachtete ich die Tatsache, dass es ein MMORPG werden sollte, zwar Free2Play, dennoch online und somit für mich schlagartig weniger interessant. Ich habe mich schon sehr oft an Onlinespielen versucht, konnte aber nie wirklich dran bleiben, weil mir diese Offenheit und die vielfach vorhandene Eintönigkeit von Quests schwer auf den Magen schlägt. Noch dazu bin ich gegen jegliche kostenpflichtige Abos, was die Auswahl ja nun auch wieder um einige doch erfolgreiche und interessante Titel einschränkt. Dennoch kam ich nicht umhin, in meine geliebten Vergessenen Reiche hinein zu schnuppern, um zu schauen, wie es hier umgesetzt worden ist. Derzeit befindet sich Neverwinter noch in der Beta Phase, was natürlich nicht immer einen glatten Spielverlauf gewährleistet. Dennoch muss ich sagen, dass die Spielwelt wirklich hübsch gestaltet ist, die Landschaft sieht toll aus und innerhalb Neverwinters herrscht stets buntes und geschäftiges Treiben, in das ich mich gern stürze. Die Aufträge waren auch einigermaßen interessant, sodass ich denke, doch demnächst öfter hier vorbei zu schauen, je nachdem, wie lange die Motivation anhält.

Zugegebenermaßen habe ich durch dieses Spiel wieder richtig Lust auf den Klassiker bekommen und prompt installiert. Storytechnisch sind für mich eben die (linearen) Offline-Spiele immer fesselnder. Vielleicht fehlt mir einfach nur der richtige Mitspieler? Die richtige Einstellung? Star Wars: The Old Republic fand ich ja anfangs auch toll, hab’s nur irgendwann wieder liegen lassen, weil es mir nicht genug Spannung bereit hielt. Mag auch daran liegen, dass ich andauerndes Streben nach höheren Levels eintönig finde, es meist schleifen lasse und prompt beim ersten richtigen Endboss im Staub lande. Trotzdem versuch ich erst mal weiter online mein Glück und schaue, wie sich das Spielerlebnis so entwickelt … eines kann ich nur schon einmal sagen: Atmosphäre gibts nach wie vor viel, viel mehr im alten „Neverwinter Nights“ (oder im fast noch besseren AddOn „Die Horden des Unterreichs“…). Da kann ich nicht aus meiner Haut …

Update: das mit der Ausdauer

Ich war jetzt ungefähr dreimal joggen. Das erste und dritte Mal war ja okay, beim zweiten Mal hatte ich aber von der Premiere noch so unglaublichen Muskelkater, dass ich eigentlich kaum ordentlich sitzen, geschweige denn laufen konnte und ungefähr so sah ich dann während des joggens auch aus: das Gesicht eine knallrot verzogene, runzlige Tomate, Haare in alle Himmelsrichtungen, die Atmung einem asthmatischen Anfall gleich und als es gleich zu Beginn bergauf ging, war meine Haltung so, als hätte ich gerade meinen Rollator daheim vergessen und wollte trotzdem noch schnell Brötchen holen. Nicht. schön. Man soll ja mit Muskelkater eigentlich keinen Sport machen, aber wenn’s danach geht, hätte ich gleich fast eine ganze Woche pausieren müssen, und da hatte ich Angst, dass meine Planung mit dem fitter werden dann wieder vollends im Sande bzw. am PC-Sessel verläuft 😉

Also quäle ich mich weiter an beschwingt joggenden Damen und Herren vorbei, die mich stets spielend leicht überholen und dabei nicht mal schwitzen („…die sind bestimmt grade erst los gelaufen…“), und so mies es mir meist während des joggens geht, danach fühle ich mich nach wie vor gut, trotz Wackelpudding in den Oberschenkeln. Und solange es Spaß macht, mach‘ ichs auch weiter. Mein einziges Problem ist nach wie vor meine Ungeduld, da ich immer erwarte, mich sofort um 500% steigern zu können, und nach wenigen Anläufen gleich den Marathon gewinnen möchte. Dass das ein klitzekleines bisschen utopisch ist, wenn man sich eigentlich sein ganzes Leben um den Sport herum gedrückt hat … na, lassen wir das.

[FR] Die Königin und der Leibarzt

Dänemark im späten 18. Jh.: Die junge britische Adlige Caroline Mathilde wird mit ihrem Cousin Christian VII. von Dänemark verheiratet. Anfangs noch voller Neugier und Begeisterung angesichts ihres neuen Lebens stellt sie schnell fest, dass ihr Gemahl psychisch krank ist, launenhaft, kindlich, und sich lieber in Bordellen und im Theater denn an ihrer Seite aufhält. Nach einiger Zeit, in der sie sich zusehends frustriert in ihr Schicksal fügte, kommt der deutsche Armenarzt Johann Friedrich Struensee an den Hof, um als Leibarzt des Königd zu dienen. Struensee gelingt es schnell, Christians Vertrauen zu gewinnen und bald auch das der Königin, die ihm nach anfänglicher Abneigung mehr und mehr zugetan ist. Immerhin teilen die beiden dieselben Interessen und politischen Sichtweisen, die mit ihren aufklärerischen Zügen nicht unbedingt für Anklang im dänischen Adel stoßen. Bald versuchen Struensee und Caroline Mathilde ihren Einfluss bei Christian auszunutzen, um Reformen der Aufklärung in Dänemark durchzusetzen, was irgendwann völlig außer Kontrolle gerät …

Hier gibt es den Trailer zum Film!

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Ich habe es getan…

… und es hat überhaupt nicht weh getan! Naja ok, am Ende vielleicht. Und geschwitzt habe ich. Und ich musste ziemlich schwer atmen. Zudem sagte man mir, meine Ohren würden glühen, was mich fast aus dem Takt gebracht hätte, weil ich mir die ganze Zeit vorgestellt habe, wie doof das wohl aussieht. So mit neonrot leuchtenden Ohren, die schön knallig zwischen den blonden Haaren hindurch strahlen …

Ja ich war das erste Mal in meinem Leben joggen, und das auch noch außerhalb des schulischen Sportunterrichts oder solchen Situationen, in denen ich eine Spinne an der Wand entdecke. Und ich muss sagen, dafür, dass ich ungefähr so sportlich bin wie eine eingelegte Gewürzgurke, lief es doch wirklich gut. Seitenstechen blieb aus, das Wetter war herrlich (nicht zu warm, nicht zu kalt), meine neuen Schuhe laufen sich wie Butter und statt den erwarteten zwei Minuten Dauerlauf habe ich nach einem Leben der akuten Sportphobie doch ganze zehn Minuten zustande gebracht. Eine kleine Gehpause gab es zwischendrin, aber die musste sein, wegen der Kreuzung und so … 😉 Mir ist klar, dass richtiges Laufen wohl anders aussieht, aber ich fange ja auch damit gerade erst an, nachdem ich eigentlich mein ganzes Leben lang jegliche Art von Ausdauersport verteufelt habe (einfach, weil ich dieses Ding namens Ausdauer noch nie hatte!), weswegen ich mir noch nicht sooo sonderlich den Kopf zerbreche. Und tatsächlich tat es mir im Nachhinein unheimlich gut, mich bewegt zu haben, sitze ich doch die meiste Zeit des Tages am Schreibtisch. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass mich das – als eingefleischte Dauerzockerin – so fertig macht, aber am Schreibtisch arbeiten ist dann anscheinend doch etwas völlig anderes, als Computer zu spielen.

Ich hätte auch nicht gedacht, dass sich schon so nah bei mir an der Wohnung ein kleiner Park befindet, durch den es sich wunderbar laufen lässt, nur wenige Wegbiegungen entfernt. Das ist etwas ganz anderes als endlose Runden auf dem Sportplatz oder in der Turnhalle, möchte ich meinen.

Ich bin jetzt nicht wirklich auf dem Abnehmkurs, aber ich möchte allgemein ein wenig fitter und belastbarer werden, zusätzlich wäre etwas mehr Definierung hier und da natürlich auch nicht schlecht. Dafür mache ich zwar schon regelmäßig ein paar Übungen (mehr für Bauch, Arme, Po und Oberschenkel), aber laut einer Freundin bringt das Laufen noch einmal den letzten Schliff. Und wenn die ihren Schweinehund mit Mitte zwanzig doch noch überwinden kann, wäre das doch gelacht, wenn Sportmuffel Nemeryll das nicht auch hinbekommt. Geplant ist bis jetzt vier Mal die Woche joggen, dabei aber nicht auf Krampf, sondern eine langsame Steigerung der Laufzeit ist das Ziel. Toll wäre es, wenn ich es erst einmal dreißig Minuten lang schaffe, ohne Pause zu laufen, der Rest wird sich dann schon ergeben. Zwischendurch mache ich weiter meinen allgemeinen Sport und aufs Essen passe ich ohnehin schon seit gut vier Jahren auf wie ein Luchs (muss ja nicht immer Pizza sein … leider …). Was macht man nicht alles, um dem langsamen Verfall ein wenig entgegen zu wirken 😀

[FR] Star Trek – Into Darkness

Letzte Woche im Kino sehen und … für genial befunden! Es wird sicherlich viele Fans geben, denen die neuen Star Trek Filme nicht gefallen, aber ich muss wirklich sagen, dass ich es liebe, diese Reihe fortgesetzt bzw. neu aufgelegt zu sehen. An die ganzenrichtig alten Filme kann ich mich nicht mehr so gut erinnern, ich bin da ja eher der Next Generation Fan, aber dennoch ist mir viel im Gedächtnis geblieben … von der Serie sowieso, habe ich doch alles förmlich aufgesogen, von Next Generation, über Babylon 5 bis hin zu Raumschiff Voyager.

Ich habe mir den Film in 3D angeschaut, was bei mir aber eigentlich selbstverständlich ist, da ich die technischen Möglichkeiten meist voll ausschöpfen möchte 🙂 Die Effekte waren wirklich toll, klare Bilder, schönes 3D mit einerseits viel Tiefenwirkung und doch tollen Pop Out Effekten – oft hat man ja gerade letzteres nicht wirklich viel vertreten und wenn, dann nur mittelmäßig ausgeprägt. Hier hatte ich, was das angeht, aber ausnahmsweise mal rein gar nichts zu meckern.

Mit der Musik hat Michael Giacchino auch einen guten Job gemacht, wie ich finde. Episch, mitreißend und wirklich zu jeder Situation passend, sodass ich mir die meisten Melodien bereits in meine Play List hinzugefügt habe.

Hier gibt’s den Trailer, für alle, die sich erst einmal selbst ein Bild machen wollen.

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Nemerylls Spielejahr 2014

Derzeit findet ja die E3 in Los Angeles statt und mit Spannung erwartete ich doch so einige Spiele-Vorstellungen. Gerade eben erst habe ich mir den offiziellen Trailer zu meinem schon so sehnlich erwarteten Dragon Age 3: Inquisition angeschaut und … oh mein Gott! Ich muss es haben! Leider wird es wohl erst im Herbst 2014 veröffentlicht, ausgerechnet das Jahr, in dem ich vermutlich (und hoffentlich) schon voll im Berufsleben stecke. Es kommen also viele schlaflose Nächte auf mich zu und anscheinend noch größerer Kaffeekonsum, wenn das überhaupt möglich ist.

Den Trailer zu Dragon Age 3: Inquisition kann man sich hier anschauen!

Allem Anschein nach wird der dritte Teil noch düsterer und dunkler, als es bereits Teil 2 war und Cassandra, die Sucherin aus dem Vorgänger, wird wohl eine zentrale Rolle spielen. Absoluter Gänsehautmoment war für mich aber die letzte Szene, in der eine Frau aus den Schatten tritt, die jedem aus Teil 1 bekannt sein dürfte. Da blieb mir doch glatt für einen Moment der Kaffee im Kehlkopf sitzen. Und wer die Frau nicht kennt, sollte diese verdammt geniale Spiele-Reihe spätestens JETZT doch endlich anfangen 😉

Ebenfalls im Zentrum meines Interesses ist die Veröffentlichung des dritten Teiles der Witcher-Saga. Ich komme derzeit einfach nicht dazu, den zweiten Teil endlich zuende zu spielen, und muss das dringend nachholen, trotzdem möchte ich Teil 3 unbedingt haben und werde dann wohl eine komplette Trilogie-Spieltour beginnen, schließlich sind mir gerade bei solchen Spielen, in denen jede Entscheidung Einfluss auf den Spielverlauf hat, meine Spielstände auf eine leicht krankhafte Art wichtig. Bis dahin muss ich aber noch das eine oder andere Buch von Sapkowski lesen, der das Geschehen rund um Geralt von Riva ja erst entwickelt hat. Damit erhöht sich die Spielfreude nämlich erheblich.

Den Trailer zum Witcher 3: Wild Hunt gibt es hier auf der Seite der PC Games.

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