[BR] Robin Hobb – Drachenkämpfer

Klappentext:

Die sagenumwobene Stadt Kelsingra ist der letzte sichere Ort für die Drachen. Doch die Reise dorthin ist gefährlich. Die Gemeinschaft der Hüter hat geschworen, die Drachen nach Kelsingra zu bringen. Aber um dieses Abenteuer zu bestehen, müssen Menschen und Drachen einander vertrauen. Und Vertrauen ist manchmal tödlich …

Inhalt:

Es geht weiter mit den Abenteuern rund um die Drachen, deren Hütern und der Hobby-Wissenschaftlerin Alise, die sich zunehmend damit konfrontiert sieht, sich zwischen ihrer Bindung an ihre unglückliche Ehe und ihrem neuen Leben auf dem Lebensschiff Teermann entscheiden zu müssen. Noch immer suchen die Drachen und die Hüter die vergessene Stadt Kelsingra und es zeichnet sich immer mehr ab, dass die beschwerliche Reise den ehemals verkrüppelten Wesen nach und nach zu alter Stärke und Macht verhilft. Auch die Hüter verändern sich und passen sich zunehmend der unwirtlichen Umgebung an. Doch nicht alle wollen den Drachen helfen und so manch einer plant, die heilenden Fähigkeiten der Drachen für sich zunutze zu machen. Der Kampf ums Überleben wird schließlich mit dem Kampf um die wertvollen Schuppen und das heilende Blut der Drachen vermischt …

Schreibstil:

Ich weiß nicht wirklich, wie ich es beschreiben soll, aber der Schreibstil von Hobb war auch schon einmal besser gewesen, was meiner Vermutung nach aber sicherlich an der Übersetzung liegt – wie so oft. Nach wie vor sind ihre Beschreibungen dennoch treffend und nicht zu ausschweifend, ohne dass man die Regenwildnis und das Lebensschiff irgendwann aus dem (inneren) Auge verliert. Auch der Spannungsbogen wird recht gut erhalten und die Autorin schafft es, das Innenleben der Personen und das der Drachen durchaus glaubhaft und authentisch rüber zu bringen.

Meinung:

Mir fällt es nach wie vor schwer, mir eine Meinung zu diesem Buch zu bilden, weswegen die Rezension auch ziemlich lange auf sich warten lassen musste. Einerseits liegt es daran, dass mir viele Hauptcharaktere oftmals unsympathisch waren und das meine Leselust vielfach trübte (Thymaras Naivität oder Sintaras Egoismus gingen mir irgendwann einfach nur noch auf die Nerven). Ich fand es schön beschrieben, wie sich Sedricks Charakter entwickelte, vom geldgierigen Egoisten zum aufopfernden, verantwortungsbewussten Mann, der endlich seinen Platz im Leben zu finden scheint. Empfand ich seine Rolle zunächst als ein wenig blass, hat er mir im zweiten Teil dieser Reihe viel besser gefallen. Enttäuschend war hingegen die Beziehung zwischen Alice und dem Schiffskapitän Leftrin. Dass Alice ständig mit sich ringen musste, ihren Gefühlen nachzugeben, obwohl sie verheiratet ist, war dahingehend störend, weil ihre (Zweck)Ehe durch körperliche und seelische Gewalt geprägt gewesen war und man sie am liebsten die ganze Zeit gehörig durchgeschüttelt hätte. Auch die Liebeszene zwischen den beiden empfand ich als ein wenig kindlich, fast schon ins Lächerliche, hätte ich mir doch ein wenig mehr tiefere Emotionen gewünscht, als derart pupertäre Gedankengänge. Ich erinnere mich da an eine gewisse Textstelle, an der es in etwa hieß: „Er berührte sie da und da und sie machte Geräusche, wie es Frauen beim Höhepunkt tun, und er blickte sie ja ganz furchtbar entzückt und erstaunt an. Er hatte sie doch erst berührt!“ … Hallo?! Ich wusste gar nicht, dass ich plötzlich die Bravo lese!!! Was ich von Thymara halte, habe ich ja schon kurz erwähnt, ihre Verwirrung und Orientierungslosigkeit wirkt an vielen Stellen schlicht und einfach begriffsstutzig und stupide, was ich auch der Übersetzung zuschreibe. Schön war dahingegen die Entwicklung der Drachen und es war nett, zu „beobachten“, wie sie langsam ihre Erinnerungen an ihr altes Dasein zurück erlangen und zu neuer Stärke finden. Es lässt die Weisheit und Kraft dieser einst mächtigen Kreaturen erahnen und man ist gespannt, wie sie sich im dritten Teil entwickeln werden. Bei all den Widrigkeiten, die sie und die Menschen durchleiden müssen, fiebert man mit und wartet darauf, dass endlich Kelsingra am Horizont auftaucht.

Insgesamt kann ich das Buch aufgrund meiner gemischten Gefühle diesbezüglich nur teilweise empfehlen und das Warten auf den dritten Teil erschwert den Blick auf die ganze Geschichte noch zusätzlich. Und bei dem derzeitigen Verfahren des Verlages, der Teil 1 mittlerweile nur noch als EBook vertreibt, frage ich mich schon wieder, ob der dritte überhaupt veröffentlicht wird, oder ich wieder eine böse Überraschung erlebe, wie es bei Juliet Marillier der Fall war. Da musste ich den dritten Teil der Nordlandtrilogie ja schließlich auf Englisch lesen.

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