Sherlock – Staffel 1

Ich habe wirklich schon gefühlte hundert Mal mit meiner Schwester über diese Serie gesprochen und immer wieder bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich die mir unbedingt anschauen muss: Sherlock! Unglücklicherweise habe ich, wie ich nun einmal bin, das ganze am nächsten Morgen schon wieder vergessen und konnte letztendlich nur daran erinnert werden, indem mir die Serie auf BluRay geschenkt worden ist.

Fakt ist, dass ich mir die aus drei Folgen in Spielfilmlänge bestehende erste Staffel in einem Rutsch angeschaut habe und schlichtweg begeistert von der BBC-Produktion bin. Als bekennende Trash-Fernsehen-Zuschauern musste sie ja auch bisher zwangsläufig an mir vorbei gehen, da sie wohl im ARD ausgestrahlt worden ist – und die sind mir einfach zu niveauvoll, als dass ich da ernsthaft was unterhaltsames erwarten würde 😉 Über Benedict Cumberbatch habe ich mich ja bereits in meiner Rezension zu Star Trek: Into Darkness ausgelassen und auch hier brilliert er wieder mit genialem Spiel, unheimlich charismatischer Präsenz und unbestechlichem, britischen Humor, dem Martin Freeman (bekannt als Bilbo Beutlin im aktuellen Hobbit-Streifen), als John Watson noch das Sahnehäubchen aufsetzt.

Doch was macht diese Sherlock-Adaption so außergewöhnlich? Schließlich ist man durch Robert Downey Jr. und die wirklich sehr guten Filme über Sherlock Holmes der letzten Jahre sehr verwöhnt. Spielten die allerdings noch zu Sherlocks „Originalzeit“, wurde hier einfach mal das Thema in die Moderne verfrachtet. Hier müht sich Sherlock Holmes mit Nikotinpflastern anstelle der Pfeife ab, ermittelt mittels Smartphone und Internet, während John Watson als gezeichneter, aber nicht gebrochener, Afghanistan-Veteran seine Erlebnisse mit Mr. Holmes in einem Blog verarbeitet. Genial gemacht und an keiner einzigen Stelle unauthentisch. Die Dialoge sind scharfkantig, schwarzhumorig und intelligent, und der rasante Schnitt sorgt dafür, dass man beim Schauen mitten hinein gesogen wird. Um Sherlocks verquirrlte Gedankengänge nachverfolgen zu können, werden beispielsweise SMS-Nachrichten oder Fetzen seiner Erkenntnisse als Text im Bild eingeblendet, sodass man seinen Ermittlungen folgt, ohne dass er groß alles erläutern muss, was er sagt. Und wer die Serie kennt, weiß, dass er das ohnehin verabscheut. Dementsprechend kann Sherlock vielerorts ein regelrechtes Arschloch sein, der in seiner Rationalität unfähig ist, menschliche Emotionen zu begreifen oder auch nur anzuerkennen, während Watson als emotionaler Gegenpart daneben steht. In einem Artikel habe ich gelesen, dass er sozusagen als Dolmetscher für Sherlocks Gedankengänge fungiert, was ich als durchaus treffend erachte.

Die erste Staffel besteht, wie bereits erwähnt, aus drei Folgen von ca. 90 Minuten:

  1. Ein Fall von Pink
  2. Der blinde Banker
  3. Das große Spiel

Hier lernt Sherlock seinen zukünftigen Mitbewohner John Watson kennen und erkennt schnell, dass der ehemalige Militärarzt ihm bei seinen Ermittlungen als „Consulting Detective“ äußerst nützlich sein kann. Von anderen Umstehenden als „Freak“ gemieden scheint es auch eben jener zu sein, der wirklich mit ihm klar kommt! So hangeln sie sich in dieser Staffel von der Aufklärung einer mysteriösen Selbstmord-Serie über chinesische Schmuggelware bis hin zur Stellung des eigentlichen Erzfeindes: Moriarty!

Ein Muss für jeden Serienfan und ein Grund für mich, doch mal öfter die Öffentlich-Rechtlichen einzuschalten, auch wenn ich mir Staffel 2 demnächst erstmal für das Heimkino zulegen werde. Und Staffel 3 soll wohl bereits in Planung sein …

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9 Gedanken zu “Sherlock – Staffel 1

  1. Staffel 2 ist leider nicht ganz so gut wie die Erste. Dennoch haben sie es sehr gut geschafft, das Thema in die Moderne zu heben.

    Kann mich daher deiner Meinung nur anschließen. Sherlock ist eine Klasse Serie, die einfach Spaß macht!

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    1. Ich hab das mit Staffel 2 schon genau umgekehrt gehört 😀 Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt, die erste endete ja mit einem fiesen Cliffhanger…auf jeden Fall mal was andres! 🙂

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  2. Also mir gefiel Staffel 2 auch ein klein wenig besser, weil: mehr Moriarty, Irene Adler und Lestrade mit dem besten Zitat der Serie und einigen sehr witzigen Auftritten. 😀

    Ich hab die Serie schon mehrfach gesehen und liebe sie einfach. Brillant. Da kommen die Filme leider nicht so gut ran, weil ich finde, dass ds Verhältnis von Holmes und Watson in den Filmen nicht so gut dargestellt wird. Und es ist zu actionlastig. Gut fürs Auge, hat aber wenig zu tun mit den Büchern.

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    1. Die Bücher kenne ich leider nicht, habe mein Bild von Sherlock Holmes bisher nur aus dem „Allgemeinwissen“ gezogen 🙂 Bin auf die nächste Staffel in jedem Fall seeeeehr gespannt…ich liebe diesen Humor einfach!

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      1. Ich kann die Bücher nur empfehlen! Sie sind natürlich nicht so modern, aber ich finde sie hervorragend. Habe sie bereits als Teenager vor über 10 Jahren gelesen und lese sie jetzt nochmal

        Gibt nen schicken Schuber, den ich empfehlen kann und der nicht so teuer ist 😉

        http://www.weltbild.de/3/17372083-1/buch/sherlock-holmes-schuber-9-baende.html?wea=8064242

        Sind alles HC Bücher und sieht wirklich toll aus. Die Zeichnungen sind richtig schick und die Kapitel werden immer mit einer Zeichnung und dem Satz des englischen Originals eingeleitet 🙂

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