In die Wüste und zurück…

Der kleine Jeep rast durch die Wüste, Wolken von Sand und Staub hinter sich aufwirbelnd. Der Fahrer tritt aufs Gas und hält auf eine Düne zu, die sechs Insassen krallen sich an den Sitzen fest, während das Auto über die Anhebung rauscht und alles im Inneren hin und her rüttelt. Schaut man aus dem Fenster, sieht man die anderen Jeeps, die uns hinterher rasen und bis auf sie und uns gibt es nichts außer Wüstensand und felsige Berge.

In meiner Fantasie befinde ich mich auf einer Verfolgungsjagd, untermalt von der anstrengenden und hektischen, arabischen Musik, die blechern aus dem Autoradio tönt, auf der Flucht vor skrupellosen Drogenbossen und deren Handlangern, die mir und den von mir beschafften Geheiminformationen ans Leder wollen.

Schließlich ist es nur dem tüchtigen Fahrer zu verdanken, dass die Verfolger bald am Horizont verschwunden sind. Die geheimen Dokumente verlustsicher verwahrt, wechsele ich das Fahrzeug und rausche mit dem Quad weiter durch die Unendlichkeit von Sand, Fels und sengender Sonne. Die Dünen schütteln jede Faser meines Körpers durch, der Sand peitscht mir ins Gesicht und zerrt an dem Tuch, was mir ein staubfreies Atmen sichert. Doch bevor mich die Kräfte verlassen und ich mich der glühenden und doch so heimeligen Hitze ergebe, erreiche ich das Beduinendorf – den Ort, wo ich die Dokumente abliefern soll. Die Übergabe erfolgt relativ problemlos, hat man schließlich schon lange auf diese Papiere, welche das Fortbestehen der uns bekannten Welt bedeuten, gewartet. Die Beduinen geben mir Wasser und Brot, ihre Kinder sind fasziniert von dieser unverhüllten Frau mit den fantastischen, technischen Geräten. Gestärkt bekomme ich ein Kamel mit einem unerschütterlichen Gemüt und einer Engelsgeduld, die mich angesichts der Wichtigkeit meines Auftrages und meiner ohnehin fahrigen Natur auf die, wohl doch weit entfernte, Palme bringt, dennoch bringt es mich ungesehen und sicher aus dem Dorf, an meinen Häschern vorbei, zurück in die Zivilisation. Der Bürgermeister der Beduinen konnte meine Dokumente erfolgreich entschlüsseln und ein Ende meiner Mission scheint nicht mehr fern.

Zurück in meinem Unterschlupf angekommen soll mir jedoch nur ein kurzer Moment der Ruhe vergönnt sein. Erneut werde ich angeheuert, um den mir nach wie vor unbekannten Auftraggebern zu Willen zu sein. Dieses Mal handelt es sich um die Bergung eines uralten Artefaktes, verborgen auf hoher See, nur erreichbar für jene, die sich des schwimmens und tauchens nicht scheuen. Der Bergungsort konnte durch meine entschlüsselten Papiere geortet werden und wieder einmal werde ich meiner chronischen Unterbezahlung gewahr, die den mir auferlegten Risiken in keinster Weise gerecht wird. Ein Boot bringt mich hinaus in eine neue Wüste, die dieses Mal aus Salz, Wasser und verschlingendem Azurblau besteht.  Auch hier regiert das unerbittliche Feuer der Sonne, doch es wirkt ungeheuer erholsam, dieses Mal Salz anstelle des kratzenden Sandes auf der Haut zu spüren. Ein Hornsignal lässt mich eilig die Schnorchelausrüstung anlegen, denn der Startpunkt meines Suchens ist erreicht worden. Ich atme einmal, zweimal, dann springe ich von Deck hinein in das Wasser, welches Temperaturen von Badewannenwasser aufweist. Unter mir breitet sich ein riesiges Korallenriff aus und in der Ferne schwimmt eine Delfinenfamilie, von denen einige hin und wieder an die Oberfläche kommen, um nach Luft zu schnappen. Fische in allen Farben und Größen tummeln sich um meine Gestalt, umringt von den fahlen Lichtstrahlen, die durch die Wasseroberfläche nach unten dringen, während ich der Strömung folge und suchend das Riff mit den Augen abtaste. Irgendwo hier liegt es verborgen – jener Gegenstand, für den ich durch die Wüste gejagt wurde und nun durch Schwärme von Meeresbewohnern schwimme, von denen ich nie genau weiß, ob sie mir freundlich oder boshaft gesinnt sind. Nach ungefähr einer halben Stunde scheint meine Suche dem Ende so nahe gekommen zu sein, dass ich den Erfolg beinahe schmecken kann, denn eine metallen glänzende Oberfläche, gefangen zwischen jaherzehntelang gewachsenen Korallen, reflektiert die wenigen Sonnenstrahlen und blendet mich, als hätte es eigens für mich ein Signalfeuer entzündet…

Sind Urlaubsausflüge normalerweise ohnehin ein pures Erlebnis, so sind sie für mich doch oft die Quelle atemberaubender Abenteuer, die sich leider währenddessen lediglich in meinem Kopf zu kleinen Episoden zusammen ballen. Dabei sind es stets die warmen, von mir innig geliebten Länder, die mich zu kleinen, gedanklichen Reisen inspirieren und mich erneut frustriert feststellen lassen, dass ich – schon wieder – mein Notizbuch vergessen habe. Das heiße Klima, die warmen Nächte, die freundlichen Hotelmitarbeiter konnten mir einige inspirierende Tage bescheren und mich erneut mit dem Gedanken heim kehren lassen, dass dies nicht mein letzter Besuch gewesen ist. Erwähnenswert ist auch, dass ich, trotz reichhaltigem Essen, nur ein Kilo zugenommen habe, was ich angesichts der zugeführten Menge doch recht wenig finde. Umso größer ist die Motivation, jetzt endlich wieder richtig mit dem Sport weiter zu machen, immerhin hatt es mein Bauchtrainer mit in den Koffer geschafft (was die Plauze auf den Strandfotos nicht minder „kuschelig“ aussehen lässt *grmpf*). Erwähnenswert ist außerdem, dass die Wüstensonne meine restlichen braunen Spitzen von meinem „ich-werd-brünett-Anfall“ komplett aufgehellt hat und ich jetzt endlich wieder eine gleichmäßige Haarfarbe aufweise, ohne jedem erzählen zu müssen, das wäre Ombre *hust*. So schnell kanns gehn. Meiner neuen Haarpflege sei es gedankt, dass ich auch trotz Salz, Sonne und Chlor so gut wie gar keine Schäden in meinen Flusen erkenne, was mich noch mehr bekräftigt, nur noch auf Friseurshampoo und Co. zurückzugreifen.

Noch dazu habe ich einen neuen Autor mit einem überraschend fesselnden Buch für mich entdeckt, welches meine derzeitige Lektüre kurzerhand in den Allerwertesten getreten hat, und konnte viele nette Leute kennen lernen, mit denen der Kontakt hoffentlich so bald nicht abreißt.

Advertisements

2 Gedanken zu “In die Wüste und zurück…

  1. Wow! Das sieht nach Abenteuer aus und liest sich auch so. ^^

    Zwei Anmerkungen muss ich aber noch loswerden.
    Was hat alle Welt gegen „kuschelig“ (zumal ich auf den Bilden außer den Kamelen/Dromedaren nix dergleichen sehe),warum hast du uns nicht mitgenommen und müssen wir dich jetzt Wüstenprinzessin nennen!? 😉

    Schönen Abenteuerurlaub noch, sofern du noch mittendrin bist!

    Gefällt mir

    1. Leider nicht -.- Bin wieder in der Heimat gelandet und im Urlaub lege ich mir selbst immer Internetverbot auf 🙂
      Ich glaube, viele würden meine Art des Urlaubens sehr langweilig finden … hin und wieder bisschen Action und Forscherdrang, ansonsten lesen, schlafen, essen, auf der Liege verfaulen, was dann auch wieder ausschlaggebend für das „kuschelig“ ist (wobei du da nicht der Einzige bist, der nix sieht. Die ewige Selbstkritik *seufz*…) … und dann wieder essen 😀
      Wüstenprinzessin klingt gut, Wüstenkönigin noch besser *harhar* ^^

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s