[BR] Brent Weeks – Der Weg in die Schatten

In den Schatten wirst du deine Seele verlieren!

Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann, ein unübertroffener Meister in der Kunst des Tötens. Für den Gassenjungen Azoth ist der gefürchtete Attentäter allerdings die einzige Chance, am Leben zu bleiben – denn nur als Lehrling des Blutjungen kann Azoth dem sicheren Tod auf der Straße entkommen. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch – und es ist gut möglich, dass der Weg in die Schatten einen weit höheren Preis fordert, als Azoth es sich je vorstellen konnte …

Inhalt:

Der Straßenjunge Azoth leidet unter der Gewalt des Bandenanführers Ratte und den Entbehrungen, die ein Leben auf der Straße der Stadt Cenaria mit sich bringen. Er will nur eines – keine Angst mehr haben müssen, und dazu scheint ein Leben als Attentäter, als sogenannter Blutjunge, wie geschaffen. Der gefährlichste von ihnen, Durzo Blint, jedoch möchte eigentlich keinen Lehrling und stellt Azoth vor eine grauenhafte Probe nach der anderen, um seinen Wert als Blutjungen-Anwärter unter Beweis zu stellen. Dabei muss Azoth nicht nur an seine körperlichen, sondern auch an seine psychischen Grenzen gehen, um sich Durzo Blint als würdig zu erweisen.

Schreibstil:

Brent Weeks schreibt, wie ich es mag: ausführlich, bildhaft, doch dabei nicht zu langatmig, dass man sich durch seitenlange Gegendbeschreibungen blättern muss. Er schafft es meisterhaft, die Figuren vor dem inneren Auge zum Leben zu erwecken und einen eintauchen zu lassen in die Welt Midcyru. Hin und wieder wünscht man sich jedoch, das Original zu lesen, da an manchen Stellen doch etwas holprig übersetzt wurde. Dies trübt aber in keinster Weise das Lesevergnügen. Mit einem großen Einfühlungsvermögen beschreibt er die schlimmen Zustände der Straßenkinder Cenarias und lässt Azoths Entwicklung vom verängstigten Bandenkind zum begabten Kämpfer wie einen Spielfilm ablaufen.

Meinung:

Für mich ist Der Weg in die Schatten ein absoluter Überraschungserfolg, denn als ich das Buch kaufte, hatte ich von dem Autor noch nicht wirklich etwas gehört und wollte eigentlich seine Folge-Trilogie lesen. Dass ich mich dafür entschied, mit seinem Erstlingswerk zu beginnen, habe ich in keiner Sekunde bereut. Die Geschichte rund um Azoth und Durzo ist so hochspannend geschildert, jede Figur wird so beschrieben, dass sie fast neben einem zu stehen scheint, und die Wendungen und Offenbahrungen im letzten Drittel haben mich teilweise mit offenem Mund zurückgelassen, was ich sehr lange nicht mehr bei einem Buch hatte.

Erst einmal unter den Fittichen des bekanntesten Blutjungen des Landes angekommen, wird Azoth mehr und mehr in die Intrigen des Reiches verstrickt, denn seine Opfer, die Durzo nur als „Leichen“ bezeichnet, sind nicht selten wichtige, politische Persönlichkeiten. Als Spielball der Machenschaften des Adels erschleicht Azoth sich die Freundschaft des jungen Adeligen Logan, der bei vielen als letzte Hoffnung für das Reich Cenaria gilt. Doch irgendwann muss Azoth erkennen, dass seine Freundschaft zu dem Fürstensohn nicht mehr nur bloße Schauspielerei ist und er sich entscheiden muss zwischen seinem unerbittlichen Meister und seinen neuen Freunden. Ganz nebenbei schwelt ein drohender Krieg über der Stadt und nicht nur Durzo Blint jagt des Nachts als angeheuerter Blutjunge durch die Straßen. Die politischen Intrigen wurden dabei genial mit dem Handlungsstrang Azoths verwoben und oft lässt einen die dargestellte Brutalität erschauern. Man muss sich bewusst sein, dass es zwar um – vor allem am Anfang – Kinder geht, dieses Buch aber definitiv kein Jugendroman ist. Es macht „Spaß“, einem Attentäter während seiner genial ausgeführten Aufträge auf die Finger zu schauen, und dabei stets mit Azoth mitzuleiden, der beständig mit seinem Schicksal und seinem Pflichtbewusstsein hadert. Beim großen Endkampf bleiben einige Fragen offen, die anscheinend im zweiten Teil beantwortet werden, den ich natürlich sofort haben muss. Ein wunderbar spannendes und tolles Fantasybuch mit gewissem Schauerfaktor und endlich mal wieder einem Spannungsbogen, der sich gewaschen hat.

Mein Tipp: Lest die Danksagung!

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4 Gedanken zu “[BR] Brent Weeks – Der Weg in die Schatten

  1. Hmm, hört sich recht spannend an, nur leider mag ich keine Assasinen!

    Vielleicht riskiere ich ja trotzdem mal ein OHR, wenn es mir mal als Hörbuch auf Audible über den Weg läuft! 😉

    Aktuell müssen aber erstmal die Götterkriege und Operation Schneewolf abgeschlossen werden.

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  2. Mir hat das Buch auch überraschend gut gefallen – das mit den holprigen Übersetzungen habe ich jetzt schon öfter gehört. Ich habe das Original gelesen, deshalb ist mir da nichts aufgefallen 😀
    Angeblich ist es aber bei der Black Prism-Trilogie noch schlimmer mit den Übersetzungen einiger Begriffe :-/

    Naja.. jedenfalls bin ich gespannt auf deine Meinung zu den Nachfolgebänden – bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft weiterzulesen.

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