Monat: September 2013

[FR] Silver Linings

Pat hat eine bipolare Störung und erwischt eines Tages seine Frau inflagranti mit einem Kollegen, als er früher von Arbeit nach Hause kommt. Kurzerhand rastet er aus, schlägt den Rivalen zusammen und landet in der Psychatrie. Tiffany hat ihren Mann verloren und dann auch noch ihren Job, weil sie ihre Trauer mit Sex kompensiert und sich mit ihrer schroffen Art ziemlich oft nicht viele Freunde macht. Die beiden freunden sich an und während Pat unbedingt seine Frau zurück gewinnen will und krankhaft eifrig auf dieses Ziel hin arbeitet, will Tiffany ihn zu einem Tanzwettbewerb überreden. Als Gegenleistung will sie ihm helfen, wieder Kontakt zu seiner Frau aufzunehmen, der Pat sich aufgrund einer Gerichtsverfügung nicht mehr nähern darf.

Ich habe schon so unendlich viele Kritiken über diesen Film gelesen und wurde immer neugieriger, bis ich dann endlich anschauen konnte. Letztendlich ist Silver Linings zu einem meiner aktuellen Lieblingsfilme geworden, was nicht nur an den wahnsinnig tollen Darstellern liegt, sondern auch an der Geschichte, die so sensibel und trotzdem ironisch locker mit dem Thema psychische Krankheiten umgeht, dass man gleichzeitig gerührt und belustigt ist. Jennifer Lawrence hat den Oscar für ihre Rolle mehr als verdient, bei der sie die Brücke zwischen rotziger Göre und verletzlicher Witwe ziemlich gut hinbekommt. Zudem tut es gut, Bradley Cooper mal außerhalb seiner Blödelrolle in Hangover zu sehen und mitzubekommen, dass der Mann wirklich ein guter Schauspieler ist. Pat und Tiffany sind dabei so kaputte und zerrütete Charaktere, die sich aber trotzdem – und man versteht nicht wirklich, wie das funktioniert – gegenseitig helfen können. Dabei versucht Pat verzweifelt, sein Leben mit seinen Eltern auf die Reihe zu bekommen, das durch den von Zwangsstörungen geplagten Vater (Robert de Niro) nicht gerade einfach ist. Trotzdem driftet der Film aber nie ins überdramatische ab und selbst der verrückteste Tick der Figuren bleibt liebenswert und lässt einen nur schmunzelnd mit dem Kopf schütteln.

Ja es ist nichts Neues, ja es ist bloß wieder nur irgendein Film, nach dem man sich gut fühlt, aber es funktioniert verdammt gut, die Dialoge und die Darsteller greifen perfekt ineinander und für mich ist es die beste Liebeskomödie, die ich seit Langem gesehen habe. Plus kleinem, verdrückten Tränchen am Ende.

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Neuzugänge #September ’13

Und wieder ist ein gut gefülltes Buchpäckchen bei mir eingetrudelt, dabei wollte ich den Rest des Monats eigentlich gründlich auf die Shopping-Bremse treten, weil

  1. ich nicht gerade in der oberen Gehaltskasse rumgurke (und das ist noch nett formuliert)
  2. ich erstmal meinen SUB abbauen wollte
  3. Anfang Oktober GLAMOUR Shopping Week ist. Und dass ich dafür schonmal sparen muss, erklärt sich wohl von selbst. 😉

Weil ich aber so verrückt nach den Sapkowski-Büchern bin und plötzlich die Fortsetzung der Reihe günstig zu erstehen war, musste ich einfach zugreifen!

1. Andrzej Sapkowski: „Feuertaufe“ und „Der Schwalbenturm“

Klappentext:

„Vor ihr ist Feuer, hinter ihr der Tod. Ich muss mich beeilen.“

In Nilgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Cirilla, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Ciri? Geralt, halbwegs von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard. Immer wieder zeigen ihm Wahrträume, dass Ciri in höchster Gefahr ist.

Klappentext:

„Was ist mit dem Mädchen? Ihr dürft nicht zulassen, dass sie den Turm betritt! Lasst nicht zu, dass sie den Schwalbenturm betritt…“

Ciri, die Prinzessin von Cintra, ist auf der Suche nach ihrem Schicksalsort, dem legendären Schwalbenturm. Und die rivische Königin will Geralt, den Hexer, und seine Gefährten als Partisanenkämpfer in dem blutigen Krieg gegen Nilfgaard verpflichten. Doch es gelingt ihnen, sich abzusetzen. Bei einem Überfall gerät Geralts Wolfsmedaillon, das Insignium seines Hexertums, in fremde Hände…

Und schließlich, weil ich den Film so toll fand und endlich mitreden will:

2. Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele

Klappentext:

Mögen die Spiele beginnen!

Als Katniss erfährt, dass das Los auf ihre kleine Schwester Prim gefallen ist, zögert sie keinen Moment. Um Prim zu schützen, meldet sie sich an ihrer Stelle für die alljährlich stattfindenden Spiele von Panem – in dem sicheren Wissen, damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben zu haben. Denn von den 24 Kandidaten darf nur ein einziger überleben. Zusammen mit Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, wird Katniss in die Arena geschickt, um sich dem Kampf zu stellen. Beiden ist klar, dass sie sich früher oder später als Feinde gegenüberstehen werden. Doch dann rettet Peeta Katniss das Leben…

Vor allem auf das Buch von Suzanne Collins bin ich schon sehr gespannt, da die halbe Welt um mich herum davon zu schwärmen scheint. Ich hoffe sehr, dass ich dann beim Lesen nicht so ein Twilight-Erlebnis habe…

Überschätzt

Angeregt von der Manu, die letztens einmal Seriencharaktere vorstellte, die sie absolut nicht leiden konnte, habe ich mir so Gedanken über Dinge gemacht, die mir überhaupt nicht gefallen – sei dies ein Film, ein Buch oder eine Serie. Dabei geht es mir vor allem um Sachen, welche die Allgemeinheit wahnsinnig supitoll findet und ich mir dabei immer wie ein Außerirdischer vorkomme, weil mir das Ganze überhaupt nicht zusagt. Außerdem macht mir meckern darüber immer solchen Spaß 😉

Filme:

Dirty Dancing: Also mal ehrlich, wie dämlich ist denn der Spitzname Baby? Von der grässlichen Frisur reden wir mal gar nicht. Einzig Swayze macht das ganze Drama erträglich, doch das Ende ist mehr als schwach („Mein Baby gehört zu mir…“ *gähn*) und dann dieses debile Grinsen vom Nasenmädchen. *schauder* Seltsamerweise schau ich den Film trotzdem immer wieder…

Twilight. Alle! Ok, an und für sich sind die Filme ja nicht soooo schlecht. Also bis auf die glitzernden Vampire und das Mädel mit einem Repertoire an Gesichtsausdrücken, die ich an einer Hand abzählen kann. Die Werwölfe find ich dahingegen klasse. Die haben wenigstens Feuer und laufen nicht die ganze Zeit durch die Gegend, als hätte man ihnen eine Botox-Spritze zuviel verpasst. Oh du arme Kinowelt, was hast du uns da angetan?

Hangover 3: Die ersten beiden Teile waren ja lustig und das will schon etwas bei mir heißen, denn ich bin bei Komödien sehr kritisch. Aber der dritte Teil ist einfach nur noch flach, ohne intelligenten Humor oder überhaupt einen sinnvollen Handlungsstrang. Kann aber auch an den Kiffern in der ersten Reihe im Kino gelegen haben, vielleicht haben deren Dämpfe mich auch benebelt … aber hätte ich es dann nicht urkomisch finden müssen?!

Der große Gatsby: Oberflächliche Handlung mit noch oberflächlicheren Charakteren und der arme, in meinen Augen hochtalentierte Leonardo DiCaprio wirkt die ganze Zeit total unterfordert. Dabei zieht sich alles so unendlich in die Länge und irgendwann möchte man dieses Mädel, wegen dem der ganze Aufriss veranstaltet wird, einfach nur nehmen, schütteln und ihm ordentlich eins mit der Bratpfanne geben. Immerhin gibt es tolle, opulente Bilder und wunderbares 3D.

Bücher:

Patrick Süszkind: Das Parfum: Da macht der Autor die ganze Zeit über einen auf ultrarealistisch und dann kommt dieses Ende. Die, die es gelesen haben, wissen was ich meine. Wie blöde ist das denn?! Ist dem nichts mehr eingefallen? Hat der Verleger ihm im Nacken gesessen oder hatte er schlichtweg keine Lust mehr? Ich meine, bei der gähnenden Langeweile vorher, hatte er die wohl nie. Brauchte wohl das Geld, damit er nicht auch mal auf so einem Fischmarkt landet.

Twilight. Da haben wir’s wieder. Naives Mädchen ohne Rückgrad schnappt sich den Schönling der Schule, gibt jegliche Identität und Persönlichkeit für ihn auf und alle finden’s toll. O-h-n-e-W-o-r-t-e.

Und zu guter Letzt: Spargel! Passt hier absolut nicht rein, aber hey, ich habs nicht eingegrenzt! Wieso essen das zu einer bestimmten Jahreszeit immer alle? Es schmeckt nur dann nicht wie wässrige Grasfasern, wenn man ganz viel fettige Sauce Hollandaise drauf tut und selbst dann sollte auf dem Gästeklo lieber keiner in der Kabine neben euch sitzen. Außerdem sieht es aus wie ausgemergelte Finger auf dem Teller. *urgh*

[BR] Andrzej Sapkowski – Die Zeit der Verachtung

Klappentext:

Ciri, die Prinzessin von Cintra, wird von allen Seiten gejagt. Auch der Hexer Geralt kann sie nur noch mit Mühe schützen. Als er selbst schwer verwundet wird, kann sie zwar fliehen – doch sie findet sich in einer entsetzlichen Wüste wieder. Ein verirrtes Einhorn ist ihr einziger Gefährte …

Inhalt:

Ciri schwebt nach wie vor in Gefahr und soll in eine Schule für Zauberanwärterinnen gebracht werden. Doch längst hat Nilfgaard ein hohes Kopfgeld auf sie ausgesetzt und macht Jagd auf sie. Während Yennefer und Geralt sich langsam wieder anzunähern scheinen, drohen die Intrigen des Adels zu eskalieren und ein Putsch steht kurz bevor. Dabei ist allerdings unklar, wer auf wessen Seite steht. Jeder bespitzelt jeden, niemandem kann man so richtig trauen und Geralt, der Hexer, weiß am Ende nicht mehr, ob seine Entscheidung zur Neutralität die Richtige war. Bei einem Angriff auf die Zaubererloge wird er von Ciri getrennt, die sich von da an allein durchschlagen muss.

Schreibstil:

Eigentlich habe ich zu Sapkowskis Schreibe schon genug gesagt. Nach wie vor vermag er es, einen in seinen Bann zu ziehen, noch immer sind die Dialoge treffend, die Welt ohne große Beschreibungen bildhaft und auch wenn die Übersetzung manchmal ein wenig holprig ist, kann diese Fantasy realistischer kaum sein.

Meinung:

Was soll ich sagen? Ich bin im Sapkowski-Fieber. Dieses Buch übertrifft an Spannung den ersten Teil bei weitem und ließ mich beinahe Straßenbahn-Haltestellen verpassen und gegen Straßenlaternen rennen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Yennefer spielt hier wieder eine größere Rolle und aus der zickigen, selbstsüchtigen Zauberin ist eine fürsorgliche, aber nach wie vor geheimnisvolle Frau geworden, bei der am Ende noch immer nicht so ganz klar ist, auf wessen Seite sie steht. Geralt gerät immer mehr zwischen die Ränke von Zauberern, Königen und Diplomaten. Obwohl er sich zu Ciris eigener Sicherheit von ihr fern halten will, hat das Schicksal andere Pläne, das ihn aber schon bald wieder aus seinen vagen Zukunftsträumen von einer Familie in die blutige Realität zurück holt. Hier nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und während Geralt sich irgendwann im Brokilon, der Heimat der Dryaden, erholen muss, schwebt Ciri in Lebensgefahr und muss sich allein in der Einöde behaupten. Besonders ihr Schicksal hat mich sehr mitgenommen, da man noch immer das kleine, naive Mädchen sieht, die unbedingt eine Hexerin werden möchte. Endlich in einer Schule angelangt, muss sie schon bald wieder von dort weg, obgleich sie ohnehin von Gleichaltrigen als eine Außenseiterin behandelt wird. Zusammen mit Yennefer reist sie zu einer großen Zaubererversammlung, um danach in einem ihrer Internate  untergebracht zu werden, was das temperamentvolle Mädchen alles andere als erbaulich findet. Doch am Ende kommt alles anders und ich musste wirklich ein paar Mal schlucken, als sich abzeichnete, was aus ihr werden sollte. Dies passierte natürlich alles auf den unmittelbar letzten Seiten, sodass ich total benommen zurück gelassen wurde, in einer Mischung aus Schock und Trübnis. Die Zeit der Verachtung, des Krieges, der Plünderungen, Schändungen und des Mordens ist gekommen, und auch Ciri bleibt von ihr nicht unberührt. Noch dazu wird allmählich enthüllt, warum die halbe Welt so ein großes Interesse an der Thronerbin hat, in deren Blut eine Verwandtschaft schlummert, deren Ursprung nur noch mit Abscheu ausgesprochen wird.

Mein Fazit: Viel besser als der erste Teil, unendlich mitreißend und der Humor bekommt allmählich eine tragische Komponente, die irgendwann ganz überwiegt. Ein toller Roman und ich verfluche mich, dass ich den dritten Teil noch nicht daheim habe.

Frustkauf zum Herbstanfang

Es kommt die Zeit, da stelle ich fest, dass eine Vielzahl meiner Schuhe entweder völlig ausgelatscht, kaputt oder aus der Mode sind. Dazu nehme man noch allgemeinen Stress im Arbeitsalltag und die allzeit verlockende Welt des Onlineshoppings … und schon gibts wieder neue Treter, die mein ohnehin schon platzendes Schuhregal zum bersten bringen. Wenn ich dran denke, dass ich eigentlich auch mal wieder neue Winterstiefel bräuchte, wird mir schon ganz schlecht…

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Ich bin solchen Schuhen total verfallen und kriege jedes Mal Herzchen in den Augen, wenn ich sie im Regal stehen sehe. Kann man gut zu Sommerkleidern kombinieren oder als Farbakzent zum Kleinen Schwarzen. Zu schwarzer Leggins und weitem (rotem) Hemd sind diese Schuhe bestimmt auch gut im Alltag zu tragen.

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Diese Pumps in Samt-Optik wirken trotz der Schleife sehr dezent und lassen sich zu fast allem tragen, egal ob Legere oder Business.

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Mit diesen Lack-Pumps halte ich es ähnlich, wie mit den Samtenen. Sie passen zu allem und sind auch, obgleich es sicher nicht so aussieht, wirklich bequem!

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Und weil ich ja auch mal vernünftig sein muss, durften es auch mal flache Boots sein, die ich bei Deichmann für 29,90€ ergattert habe. Eigentlich sind solche Schuhe überhaupt nicht mein Stil, aber für den Herbst finde ich sie sowohl praktisch, als auch lässig-schick. Beinahe wäre ich bei den Schwarzen mit den kleinen Totenköpfen auch schwach geworden, aber wenn ich das mit meiner schwarzen Lederjacke kombiniere, wäre es vielleicht doch zu viel des Guten. Obwohl … nein, nicht drüber nachdenken!

Und wer jetzt denkt, dass ich dafür mein Monatsgehalt draufgehen lassen habe: Nee, nee, dafür wär ich viel zu geizig. Die ersten drei Paar gab es bei Damenschuh.de für je 14,90€ und dann auch noch teilweise zusammen mit den Boots als Geschenk zum Jahrestag. Sonst wäre es bei mir vermutlich nur bei einem Paar Pumps geblieben. Und gerade für das Büro sind solche schwarzen Schuhe bei mir nicht mehr wegzudenken.

Deswegen wird das nüscht mit Mann und Frau…

Impressionen aus der Straßenbahn. Zwei Schüler (Männel und Weibel) unterhalten sich, schätzungsweise siebente oder achte Klasse. Da alle gefallenen Namen durchaus annehmbar waren, hab ich die mal realistischer gestaltet.

 

Sie: „Ja die Chantalle trägt jetzt ja neuerdings hohe Schuhe, das passt gar nicht zu ihr…“

Er: „Das macht se auch nur, weil sie jetzt nen Freund hat…“

Sie: „Na aber auch weil sie sich zu klein findet…“

Dann, nach ein paar unwesentlichen Gesprächsfetzen, die ich wegen meiner Bahnlektüre nicht so mit verfolgt habe…

Sie: „Sag mal ehrlich, denkst du, der Justin passt zu mir?“

Er: „Nee. Also erstens ist der ja viel größer als du. Und zweitens auch viel intelligenter. Das ist jetzt nix gegen dich, aber…“

 

Schonungslos offen, der Gute, das muss man ihm lassen. Ich hätt ihm ja eine geknallt. Mit meinem Knie…ihr wisst, wohin 😉

 

[BR] Andrzej Sapkowski – Das Erbe der Elfen

Klappentext:

Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist Ciri, die Thronerbin des Reiches, verschollen. Doch es gehen Gerüchte um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde. Und Geralt sieht sich mit heiklen Fragen konfrontiert. Hat Ciri wirklich magisches Potential? Oder ist sie nur das Medium einer bösen Macht? Der halbverfallene Stammsitz der Hexer wird zum Schauplatz einer großen Prüfung …

Inhalt:

Hexer Geralt von Riva hat die junge Prinzessin Ciri in die Festung der Hexer geschafft, nach Kaer Morhen, um sie dort einerseits vor ihren Häschern zu verstecken, andererseits um sie so auszubilden, wie es bei  den Hexern seit jeher Brauch ist. Doch Ciri hat beunruhigende Anfälle und Träume, in denen sie weissagt und Albträume der Vergangenheit sie plagen. Mithilfe der Magierin Triss Merigold soll dem Mädchen geholfen werden, die dunklen Kräfte in ihr zu bezähmen, doch auch sie stößt bald an ihre Grenzen.

Schreibstil:

Ich liebe den Schreibstil von Sapkowski einfach, es ist schlicht und ergreifend eine erfrischende Abwechslung vom mittlerweile gängigen Fantasy-Einheitsbrei. Nichts ist blumig oder beschönt, gerade die schlichte und klare Struktur verdeutlicht die düstere Atmosphäre und die realistische Umgebung dieser Welt, auch wenn sich manches hier und da wiederholt. Die Perspektivwechsel sind passend und dennoch komplex verzweigt, die Dialoge voller Pfeffer und toller Situationskomik. Vor allem die Kommentare der Zwerge sind für den einen oder anderen Lacher gut („Ein jeder kneift den Hintern dicht, wenn er gegen viele ficht, wie die Elfen zu sagen pflegen!“ *höhö*).

Meinung:

Endlich geht die Geschichte rund um Ciri und Geralt richtig los, auch wenn ich die vorangegangenen Kurzgeschichten-Bände sehr gern gelesen habe. Es ist einfach etwas anderes, jetzt einen runden Roman vor sich zu haben, der keine knappe Erzählung bietet, sondern dem Leser die ganze Welt nun endlich vollständig ausbreitet und politische Konflikte und Intrigen in dieser tristen Fantasywelt erst so richtig greifbar macht. Und was die Politik angeht, bietet dieser Roman unendlich viel Ränkeschmieden, in die Geralt, der als Hexer eigentlich neutral ist, mehr und mehr unfreiwillig mit hineingezogen wird. Er versucht sein Findelkind Ciri so gut es ihm möglich ist, zu erziehen und auszubilden, ohne der Prinzessin und Thronerbin des eroberten Cintra die gefährlichen Mutationssubstanzen der Hexer zuzumuten. Ciris Albträume wirken dabei wirklich bedrohlich, und der Kontrast zwischen dieser Seite von ihr und dem unschuldigen, naiven Kind ist Sapkowski vortrefflich gelungen. Ihm gelingt es, Ciris Dialoge so kindlich und unschuldig wirken zu lassen, wie sie auch sein müssen, ohne dass es zu übertrieben oder zurückgeblieben wirkt. Auch hat es mich gefreut, endlich mehr mit Triss zu tun zu haben, die ich ja bisher nur aus den Spielen kannte. Bisher wirkte sie auf mich immer wie die viel bessere Wahl für Geralt als die kaltschnäuzige Yennefer, was sich im Folgeband zu revidieren scheint – aber da greife ich zuviel vor 😉

Überhaupt sind es die Dialoge, die die Bücher so lebendig machen. Manchmal wird in einer Passage überhaupt keine Umgebungsbeschreibung vorgenommen, sie besteht nur aus den gesprochenen Sätzen zwischen den beiden Gesprächspartnern, und doch sieht man die Situation ganz deutlich vor sich. Dabei baut Sapkowski wunderbare Pointen mit ein und lässt den Leser nicht selten mit einem Schmunzeln zurück, auch wenn sich die dunkle Elfenprophezeiung vom Untergang der bekannten Welt zunehmend in die Gedanken der Protagonisten drängt.

Wie immer gefallen mir auch die zahlreichen, gesellschaftskritischen Bezüge, die der Autor hier zieht. Die Elfen fangen mehr und mehr an, sich gegen die Menschen aufzulehnen und ihn den Städten werden Pogrome und Hetzjagden auf die Nichtmenschen verübt. Rassismus ist allgegenwärtig, Profitgier, Umweltverschmutzung und Machthunger ist an der Tagesordnung. Dazwischen stehen die Hexer als traiditionsbehaftete Relikte der Vergangenheit, die sich am liebsten auf ewig in ihrer Festung verstecken würden, als sich aktiv auf eine Seite zu schlagen. Einzig Triss, die die Passivität der Hexer anprangert, und Ciri, die Rache für ihre getötete Familie will, wollen aktiv handeln und führen so den Hexern immer wieder vor Augen, dass es unvermeidlich sein wird, irgendwann eine Entscheidung zu treffen. An und für sich passiert in dem Buch nicht wirklich viel, doch das, was passiert, ist so mitreißend, dass ich das Buch rasend schnell durchgelesen habe. Geralts innere Zerissenheit kommt immer wieder dezent zum Vorschein und schnell wird klar, dass es mehr er selbst ist, der seine Emotionen hat sterben lassen, als es die Hexermutationen je hätten bewerkstelligen können. Einzig für Ciri und für seine verlorene Geliebte, Yennefer, bringt er wirklich Gefühle auf und vor allem für die kleine Prinzessin ist er bereit, einiges in Kauf zu nehmen, um sie in Sicherheit zu wissen. Und wenn es nur bedeutet, über seinen Schatten zu springen, und die mächtige Zauberin, die er noch immer liebt, um einen Gefallen zu bitten…

Ein tolles Buch, eine tolle Reihe und noch viel tollere Spiele. Lesen, lesen, zocken! 🙂

Um ein paar Eindrücke zum Spiel zu gewinnen, sollte dies unbedingt angeschaut werden (Trailer zum dritten Teil der Spielereihe, der 2014 erscheint). Hier wird schön der moralische Konflikt verdeutlicht, der Geralt die meiste Zeit umtreibt. Ich krieg da immer nur diese „Oh-mein-Gott-ich-halts-nich-aus“-Gedanken 😀

Snack-Verkostung

Heute durften meine beiden Fellpupser endlich die Dreamies-Snacks testen, die ich schon vor längerer Zeit zugeschickt bekommen habe. Es war für mich ein Riesenkrampf, die beiden dabei fotografieren zu wollen, weil 1. ich das falsche Objektiv drauf hatte, 2. ich von den ganzen Funktionen dieser Kamera extrem überfordert bin und 3. die zwei nicht wirklich kooperative Models sind. Aber schaut selbst:

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Vorsichtiges Anpirschen an die Beute. Der Frau lässt der Herr natürlich den Vortritt.
Ran an das Opfer!
Ran an das Opfer!
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„Du gehörst miiihiiiiiir“
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„Is‘ was?!“
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…scheint lecker gewesen zu sein…

 

Insgesamt gab es in dem kleinen Päckchen drei verschiedene Sorten à vier Päckchen und die zwei haben sich heute vornehmlich mit Pute vergnügt. Im Endeffekt scheint es ihnen außerordentlich gemundet zu haben, wie man unschwer erkennen kann. Am leeren Napf haben sie dann vorhin trotzdem wieder rumgemotzt. Verwöhntes Pack…