Monat: Februar 2014

[Review] Tomb Raider

Ich habe es geschafft! Nachdem mich tausend andere Spiele abgelenkt haben, bin ich endlich durch das tolle, nicht mehr ganz so neue Tomb Raider gekommen. Ich kenne nicht alle Teile der Reihe – eigentlich habe ich den allerersten gespielt und erinnere mich noch, wie lustig ich es fand, über den Butler in Laras Haus zu hüpfen und mir sein erschrockenes Uuuhuuu anzuhören (wie alt war ich da? 10?), dann habe ich Legends auf der PlayStation gezockt und schließlich war es für mich lange Zeit vorbei mit der akrobatischen Alleskönnerin (ich sag nur sich an ’nem Rand hochziehen und daraus mal fix einen Handstand machen … is‘ klar!!!). Tja, unglaubwürdige Sachen macht Lara zumindest in dem Ausmaß nicht mehr und auch ihre Statur hat sich in erfreulich realistischere Bahnen bewegt, wenngleich sie wohl noch immer die Männerherzen höher schlagen lässt.

Gleich zu Beginn wird man an eine verlassene Insel gespült und muss um das eigene Leben und das der überlebenden Schiffscrew kämpfen. Dabei geht das Spiel nicht gerade zimperlich mit der zarten Lara um und sobald man auch nur eine falsche Taste drückt, bohrt sich allerhand spitzes Allerlei auf möglichst blutige Weise in das Fleisch der Abenteuerin. Die Freigabe ab 18 ist dementsprechend auch gar nicht mal so weit daher geholt. Hat man zu Beginn nicht mehr als einen Bogen, sammelt man im Laufe des Spiels immer mehr an Waffen und Utensilien, um jene aufzurüsten. Dabei sind überall versteckte Plätze und Gräber, die neben der Haupthandlung auch ein bisschen das alte Rätselraten und … leider … auch das nervtötende Gehopse wieder zum Leben erwecken, was eingefleischte Fans aber sicherlich freuen wird.

Tatsächlich blieb auch der Bogen zusammen mit der Schrotflinte (*muahar*) eine meiner Lieblingswaffen und in Kombination mit lautlosem Anschleichen und einem noch geräuschloserem Ausschalten der fiesen Kultistenbewohner der Insel kam für mich wahrer Nervenkitzel auf.

Die Story ist diesbezüglich schnell erzählt, denn ein richtiges Tomb Raider wäre ja nichts ohne einen alten Kult und eine sagenumwobene Legende, die auf dieser Insel schon zahlreiche andere Ankömmlinge ins Verderben gelockt hat. Noch dazu haben es die geistig leicht angeknacksten Bewohner des Eilandes auf Laras Freundin Sam abgesehen, welche die Wiedergeburt einer alten Gottheit sein soll, und unsere Noch-nicht-ganz-Archäologin macht sich zu ihrer Rettung auf. Dabei ist der Alleingang der hübschen Brünetten wirklich spannend inszeniert und die eine oder andere Szene zehrte wirklich an meinen Nerven und ließ mich dann doch lieber wieder das Licht im Raum anknipsen. Angemessen eingesetzte Quicktime-Events und eine große Kreativität hinsichtlich der Missionen machen aus diesem Spiel ein wirkliches Abenteuer, das man unbedingt einmal gespielt haben sollte. Auch das Finale gefiel mir dabei außerordentlich gut, schon allein wegen der zukunftsweisenden Waffenwahl am Ende… 😉

Grafisch ist Tomb Raider auch außerordentlich toll anzuschauen, was in der neuesten Version für die PS4 noch besser herauskommen soll. Besonders bei Laras atemberaubenden Kletterpartien hat man einen tollen Blick in tiefe Täler und windumtoste Küstenlandschaften, was besonders schön zur Geltung kommt, wenn man einen 3D-fähigen Monitor hat. Dabei ist alles stets düster, blutig und rau, was mich dann auch für Laras zartes Synchronstimmchen (Nora Tschirner vertonte Lara für die deutsche Version) entschädigt hat.

Ein tolles Spiel und ein anderer, aber würdiger Nachfolger der Reihe.

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Titanfall – Erste Spieleindrücke eines Noobs

Jeder redet drüber, ich wollte es nun auch endlich mal testen, obwohl ich der absolute Multiplayer-Shooter-Newbie bin. Dementsprechend desorientiert fällt mein Spiel auch aus, aber Spaß hats trotzdem gemacht. Also wer meine unkoordinierten, qualitativ fragwürdigen ersten Schritte in Titanfall bestaunen möchte, der klicke bitte hier:

Die Beta läuft meines Erachtens noch eine kleine Weile, mir fehlt bisher ein wenig Abwechslung und die Grafik finde ich jetzt auch nicht so der Renner. Und diese Hektik *uff* … ob ich da noch mitkomme? Wer aber ein wenig Adrenalin braucht und Dampf ablassen will (und es einfach ein bisschen besser kann als ich), dem macht Titanfall sicher Spaß. Vielleicht schau ich nochmal in ein paar andere Gebiete rein, die beiden Videos, die ich bis jetzt dazu gemacht habe, zeigen eigentlich nur das Attrition-Gebiet.

Fazit:

  • Spaßiger Multiplayer mit viel Action und einer Menge Rennerei.
  • Ich bin so ein Angsthase. 😉

[GR] Deus Ex: Human Revolution (Director’s Cut)

Eigentlich war es purer Zufall, dass ich mir dieses Spiel zugelegt habe. Im Zuge meines neuen Rechners war dringend neuer Stoff nötig, um mein Zockerherz zu erfreuen. Durch Zufall stieß ich im Laden dann auf Deus Ex: Human Revolution und die Story wirkte auf mich schon sehr sehr interessant.

Wir schlüpfen in die Haut von Adam Jensen, der zunächst als Polizist einen Angriff auf die Zentrale seines Arbeitgebers abwenden muss. Dabei verschwindet jedoch nicht nur seine Freundin, die hochtalentierte Wissenschaftlerin Megan Reed, sondern Adam wird lebensgefährlich verletzt. Allein die Augmentierungstechnologie kann sein Leben retten, zusätzlich nehmen Adams Bosse an dem Gesetzeshüter noch die eine oder andere „Verbesserung“ vor. Sechs Monbate später hat sich Adam körperlich wieder vollständig erholt, doch die technischen Modifizierungen an seinem Körper haben nicht nur äußerliche Spuren hinterlassen. Als technisch optimierter Cop macht er sich auf die Suche nach den Drahtziehern des Angriffs und kommt dabei einer unheilvollen Verschwörung auf die Spur.

Die Grafik ist natürlich schon etwas veraltet, doch die Geschichte entschädigt dabei vielfach die technischen Defizite um Einiges. Das Spiel verläuft durch die Hauptmissionen recht linear, einige Nebenmissionen und zahlreiche lesbare Emails oder eBooks schaffen aber die nötige Tiefe, um richtiges Rollenspiel-Feeling aufkommen zu lassen. Denn die Welt in der Zukunft wurde sehr tiefgründig herausgearbeitet und hier und da gibt es kleine Bezüge zu aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Problemen. Diesbezüglich bieten auch die Dialoge viel trockenen Humor und Adam ist trotz seines schweren Schicksals insgesamt einfach ein Protagonist, den man bewundern muss. Seine Suche nach der Wahrheit führt ihn u.a. von Detroit nach Shanghai und wieder zurück, während er mit den verschiedenen Parteien – Augmentierungsgegnern und -beführwortern – in Berührung kommt und schnell klar wird, dass beide Seiten gehörig Dreck am Stecken haben. Bietet diese Ausgangslage genügend Spielraum für Diskussionen, so sind es vor allem die moralischen Fragen, die diesem Spiel eine Menge Tiefgang verleihen. Wie weit darf der Mensch gehen, sich selbst durch technischen Fortschritt zu verbessern? Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Maschine? Ab wann verliert man sich selbst im Strudel der rasant fortschreitenden Technisierung?

Während des Spiels hat man es deutlich leichter, wenn man sich auf seine Tarn- und Hacker-Kompetenzen fokussiert, auch wenn die Bosskämpfe doch etwas an Feuerkraft abverlangen. Einen reinen Shooter hat man hier demnach nicht vor sich, Schleichen und Nicht-gesehen-werden während eines Auftrags bringen sogar extra Erfahrungspunkte.

Die Atmosphäre ist angemessen düster, die genial geratene Musik unterstreicht jeden Spielabschnitt sehr treffend, sodass man schnell in die Spielwelt eintaucht und auch über klobige Texturen und steife Mimik hinweg sieht. Das Ende liefert dabei verschiedene Wege, ganz den eigenen Moralvorstellungen entsprechend und über das Thema, was mich stets ein wenig an Blade Runner erinnerte, kann man sicherlich im Nachhinein noch vielfach diskutieren. Was mir allerdings ein wenig sauer aufstieß, waren manche Lücken in der Story bzw. einige Ungereimtheiten. Gerade zum Ende hin hätte ich mir angesichts Adams verzweifelter Suche doch ein wenig mehr Emotion gewünscht, stattdessen ging dann alles Schlag auf Schlag dem Endkampf entgegen, ohne dass dem Held Zeit blieb, das Erlebte irgendwie zu verarbeiten. Aber vielleicht meckert da auch nur wieder die feminine Seite in mir 😉 Insgesamt haben wir hier aber eine tolle Spielwelt und spannende Missionen zusammen mit einem sehr coolen Hauptcharakter, was für mich absolutes Suchtpotenzial ergab. Noch dazu ist die deutsche Synchronisation perfekt. Dringende Kaufempfehlung!

Spiele, die eine Konsole vielleicht doch wert sind

Eigentlich bleibe ich meinem heißgeliebten PC treu, doch in letzter Zeit gibt es vermehrt Spiele, die nicht für den PC erhältlich sind, und die mich doch von der Story her so fesseln, dass ich manchmal sehr mit mir hadere, ob zumindest eine PlayStation für mich hin und wieder nicht doch Sinn macht… (was für ein furchtbarer Satz…)

Ganz schlimm war es da, als The Last of Us raus kam und ich mir einige Let’s Plays dazu auf YouTube anschaute. Plötzlich saß ich nur noch vor dem Tablet und schon bald hatte man nicht mehr das Gefühl, man würde jemandem beim zocken zuschauen, sondern als hätte man eine neue Serie im Fernsehen entdeckt, von der man jetzt unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Das Thema von einem Virus, der Menschen in Zombies verwandelt, ist dabei mehr als altbacken, aber in The Last of Us wird dieses Endzeitszenario so packend und tiefgründig umgesetzt, dass man einfach mitfiebern muss. Besonders die menschlichen Abgründe, die sich im Zuge einer solchen Katastrophe auftun, machen dieses Spiel unbedingt sehenswert. Eigentlich kann ich noch froh sein, dass ich es nicht selbst gespielt habe, immerhin brauch auch ich manchmal etwas Schlaf.

Wer ein unterhaltsames Let’s Play zum Spiel sucht, der sollte einfach mal hier rein klicken. Hier erwartet einen kein künstliches Gerede, das einem die Spannung vermiest, sondern man kann durchweg mit dem Spiel und dem engagierten Youtuber mitfiebern… und im Anschluss denken: „Mist…hol ich mir jetzt doch eine PS3?“

Eine weitaus größere Versuchung stellt für mich jedoch nach wie vor Beyond Two Souls dar. Sobald man einmal in der Geschichte drin ist, sind sämtliche Freizeitaktivitäten, gute Vorsätze, was Job und Partnerschaft angeht, und solch triviale Dinge wie frische Luft oder Bewegung gelaufen. Das was ich in diesem Spiel an Story, Spannung und Dramatik mitbekommen habe, muss eine Fernsehserie erstmal schaffen und bereits beim dritten Let’s-Play-Video schielte ich schon voller Wehmut auf mein Bankkonto. Die Geschichte der besessenen Jodie, gespielt von der bezaubernden Ellen Page, die mit ihren besonderen Kräften schwere Schicksalsschläge hinnehmen muss, ist für mich so berührend und spannend, dass ich die verschiedenen Enden eigentlich unbedingt selbst spielen möchte. Aber wegen einem oder zwei Spielen eine Konsole anschaffen? Ich hatte mir damals extra wegen Final Fantasy XIII eine XBOX 360 angeschafft – sogar die Final Fantasy Edition! Und was mach ich mit dem guten Stück? Hin und wieder mal mit schlechtem Gewissen den Staub runter wischen. Immerhin ist es ziemlich dekorativ, so als weißer Blickfang auf meiner dunklen Anbauwand. Aber ob es sich gelohnt hat? Die Spiele, die ich mir für die XBOX angeschafft habe (Assassin’s Creed, Fable 2, …) habe ich nie durchgespielt und bin letztendlich doch immer wieder am PC gelandet, auch wenn das Zocken da prinzipiell unbequemer ist.

Ich hege ja noch immer die klitzekleine Hoffnung, dass es von beiden Spielen irgendwann eine PC-Version geben wird, aber jetzt, wo der neue DLC zu The Last of Us (Left Behind) rausgekommen ist, ist das wohl vergeblich. Imnmerhin kann ich jedem Konsolenbesitzer mit gutem Gewissen diese beiden Spiele ans Herz legen, denn von allen, in die ich bis jetzt reingeschaut habe, waren die richtige kleine Diamanten. Ich habe sogar oft mit mir gehadert, ob ich nicht auch mal ein Let’s Play machen soll, aber bis jetzt schrecke ich noch ein wenig vor den ganzen Urheberrechtstücken zurück, die es da teilweise gibt. Von daher beschränke ich mich bisher aufs selber schauen und werde irgendwann sicherlich Lose ziehen, ob demnächst eine größere Anschaffung ansteht.

[BR] Brent Weeks – Am Rande der Schatten

Klappentext:

In den Schatten kann es keine Freundschaft geben!

Die Ausbildung zum Assassinen hat sich für den ehemaligen Gassenjungen Kylar als überaus schmerzhaft erwiesen, denn sein einstiger Lehrer Durzo Blint und sein bester Freund Logan sind den Machenschaften des Gottkönigs von Khalidor zum Opfer gefallen. So ist es kein Wunder, dass Kylar seiner Profession den Rücken gekehrt hat. Doch dann hört er das Gerücht, dass Logan noch am Leben sein soll und sich versteckt. Und so muss sich der ehemalige Blutjunge der Frage stellen, ob die Schatten einen jemals wieder loslassen, wenn man sich erst einmal in sie hineinbegeben hat …

Inhalt:

Der zweite Teil der Schatten-Trilogie knüpft nahtlos an den Vorgänger, Der Weg in die Schatten, an. Kylar will sich endlich ein ruhiges Leben aufbauen und sich endgültig vom Meuchelmörder-Dasein verabschieden, doch der Einfluss des skrupellosen Gottkönigs erreicht ihn irgendwann dennoch und bedroht nach wie vor nicht nur das gesamte Reich Cenaria, sondern auch Kylars kleine Familie, für die er alles aufgegeben hat. Auf den Fersen ist ihm dabei vor allem Vi, die ebenfalls als Blutjunge (oder eher Blutmädchen?) ausgebildet worden ist, und sie wird nicht ruhen, bis sie ihren Auftraggeber zufrieden gestellt und sich selbst endlich aus der Sklaverei befreit hat.

Schreibstil:

Ich mag den Schreibstil von Weeks generell sehr gern und diesmal hab ich auch an der Übersetzung nicht wirklich etwas störendes feststellen können. Er hat so eine gewisse Ironie in seiner Schreibe, ein wenig schwarzer Humor hier und da, der einen dann doch immer wieder aus den oft schockierend brutalen Szenen reißt (die dann auch so schnell wieder vorüber gehen, wie sie gekommen sind). Er schreibt spannend, mitreißend und sehr anschaulich, ohne dass es zu blumig wird wie beispielsweise bei Lynn Raven, die aber auch wieder ein ganz anderes Genre der Fantasy bedient. Und für den eingebauten Star-Wars-Witz könnte ich Weeks knutschen 😉

Meinung:

Zuerst dachte ich, dass der zweite Teil gegenüber seinem Vorgänger deutlich schwächelt, einfach weil die Handlung eine Weile braucht, bis sie richtig in die Gänge kommt, dabei wollte ich doch nach den sagenhaften Wendungen vorher nun endlich wissen, wie es weiter geht. Doch Kylar will eben nichts mehr von dem ganzen Morden wissen und dementsprechend beschaulich läuft es auch zunächst bei ihm ab, aber lange kann sich ein ehemaliger Blutjunge nun einmal nicht gegen seine Bestimmung wehren. Besonders gefallen hat mir hier auch Vi, deren Schicksal mich wirklich berührt hat und die Kylars großer Liebe Elene nach und nach deutlich den Rang abgelaufen hat. Letztere fand ich irgendwann geradezu nervig mit ihrer ewig gepredigten Keuschheit und dem Glauben an ihren Gott und … na ja … kein Wunder, dass das alles so passiert ist, wie es schließlich passierte. Die Charaktere stimmen in diesem Buch einfach, man hasst sie, man liebt sie, aber irgendwie gibt es auch Beweggründe an ihnen, die man immer versteht, egal was man von ihnen hält – also genau so, wie ich es mag. Die Dialoge stimmen hier einfach, sie lesen sich flüssig, sind humorvoll, ernst und mit dem kleinen Hauch Pathos, den man manchmal in der High Fantasy einfach braucht. Die verschiedenen Handlungsstränge sind meines Erachtens stimmig und passen sehr gut zusammen und wie im ersten Teil wartet das Ende hier auch wieder mit einigen Überraschungen auf, die man so vermutlich nicht erwartet hätte. Zwar fallen diese nicht so schockierend aus, wie ich es bei Der Weg in die Schatten war, aber es hat gereicht, um mich auf den finalen Band der Trilogie absolut hungrig zu machen. Ein tolles Buch, toll geschrieben und spannend zu lesen, wenn man von den Anfängen einmal absieht. Für mich ist Weeks nach wie vor ein Überraschungshit!