Monat: August 2015

[Review] Turn (Staffel 2)

Ach liebe Leute, was soll ich sagen. Nachdem ich zu Beginn der zweiten Staffel dachte: Meeeh, also irgendwie…hach ich weiß nicht…geht’s jetzt auch irgendwann mal los?? … Tja, das musste nicht lange auf sich warten lassen und spätestens nach der fünften Episode war ich Feuer und Flamme sowie nicht mehr vom heimischen Fernseher loszukriegen (was angesichts des bombastischen Wetters schon etwas, nun ja, bedenklich ist).

Die zweite Staffel knüpft nahtlos an die erste an (logisch eigentlich…ach irgendwie ist durch die Wärme auch so einige Synapse bei mir nicht mehr funktionsfähig…) und beleuchtet nun auch mehr das Wirken George Washingtons (Ian Kahn), der darum ringt, nicht letztendlich doch noch der verhassten englischen Krone zu unterliegen. Abraham muss indessen darum kämpfen, dass der sich mehr und mehr etablierende Culper-Ring nicht aufgedeckt wird, denn nicht nur Major Rogers (wie immer genial: Angus Macfadyen) sitzt ihm im Nacken, sondern auch der sadistische Lt. Simcoe (Samuel Roukin). Dieser hat ein besonderes Auge auf Abrahams vergangene Liebe Anna geworfen, die zunehmend darum kämpft, sich allein innerhalb des Spionagerings und der sie verachtenden Stadtgemeinde zu behaupten. Hier wurde mir auch Heather Lind endlich ein wenig sympathischer, vielleicht auch, weil ihr nun endlich mehr Raum gegeben wurde, ihr schauspielerisches Können zu zeigen.

Wie immer gibt es frühneuzeitliche Spionagemethoden zu bestaunen, wobei mich insbesondere der vorsintflutlich anmutende Lügendetektor beeindruckt hat. Die verschiedenen Handlungsstränge beleuchten nicht nur die einzelnen Charaktere und zeigen, dass wohl jeder Beweggrund nachvollziehbar ist (gut, von Simcoe vielleicht einmal abgesehen), sondern auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten ist nach wie vor stimmig und sorgt besonders zum Ende der Staffel hin für absolut gelungene Spannungsmomente. Beachtlich fand ich auch, dass viele Personen, darunter allen voran der schrullige Major Hewlett (Burn Gorman), eine Entwicklung durchmachen, die sie einem richtig ans Herz wachsen lässt und ich konnte mich am Ende nicht mehr ganz so sehr entscheiden, ob ich Abraham den angestrebten Sieg über die englische Kolonialmacht nun gönnen soll oder nicht.

Staffel 2 überzeugt insgesamt mal wieder mit einem stimmigen, spannenden Plot, vielschichtigen Charakteren, hervorragenden Schauspielern und einer wunderbar inszenierten Kulisse. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es bis nächstes Jahr aushalten soll, wenn die dritte Staffel kommt und augenscheinlich waren die Quoten jetzt auch nicht der große Knaller. Es bleibt zu hoffen, dass uns Turn noch eine ganze Weile als Perle unter der Serienflut erhalten bleibt und nicht durch fehlende Zuschauerzahlen irgendwann eingemottet wird.

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[Review] Turn

1777. Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775 – 1783).

Abraham Woodhull (Jamie Bell) ist ein harmloser Farmer in der amerikanischen Kleinstadt Setauket und lebt ein recht beschauliches Leben, bis er eines Tages von einem befreundeten Händler rekrutiert wird, für die Rebellen die englischen Besatzungsmächte auszuspionieren. Woodhull hat gute Beziehungen, ist sein Vater schließlich ein einflussreicher Richter der Stadt, und schon bald wird aus dem unscheinbaren Farmer ein flammender Kämpfer für die Amerikanische Unabhängigkeit. Zur Seite stehen Abe viele alte Freunde, die mit ihm gemeinsam nach und nach ein dichtes Spionagenetzwerk ausbauen, und das ganz ohne Internet und moderne Medien.

Dies und die vielschichten Charaktere machen dabei auch genau den Reiz dieser Serie aus, die aus der Feder von Craig Silverstein stammt, der u.a. für „Nikita“ bekannt ist. Die Kulisse überzeugt durch aufwendige Settings, detailverliebte Kostüme und die Darsteller sind allesamt gut ausgewählt und verkörpern bis auf wenige Ausnahmen ihre Rollen hervorragend. Hier denke ich vor allem an Abes ehemalige Verlobte Anna Strong, gespielt von Heather Lind, mit der ich nicht so ganz warm werden konnte im Laufe der 10 Episoden. Es ist wahnsinnig spannend, mitzuverfolgen, wie sich das Netzwerk des Culper Rings mehr und mehr ausbaut und wie es damals überhaupt möglich war, Informationen ohne technische Hilfsmittel auszutauschen. Die vielen verschiedenen Handlungsstränge, bei denen das Schicksal der unterschiedlichsten Charaktere beleuchtet wird, weben sich nach und nach zu einem gelungenen, großen Ganzen zusammen und sorgen dabei keine Sekunde für Langeweile. Besonders ins Herz geschlossen habe ich dabei den zynischen Major Robert Rogers, der durch Angus Macfayden hervorragend verkörpert wird.

Die Vorlage der auf einer wahren Begebenheit beruhenden Serie liefert dabei der Roman „Washington Spies: The Story of Americas first Spy Ring“ von Alexander Rose.

Für mich ist Turn die Neuentdeckung dieses Sommers und ich bin nach dem aufreibenden Staffelfinale schon sehr gespannt, wie es in Staffel 2 weiter geht.

Neuer Dragon Age: Inquisition DLC: Der Abstieg

Vor Kurzem wurde endlich ein neuer Dragon Age: Inquisition DLC angekündigt, in dem es erneut hinab in die tiefen Wege gehen soll, um dort eine Bedrohung auszumerzen, die ganz Thedas in den Abgrund stürzen könnte. Neue Charaktere und ein Wiedersehen mit der Kultur der Zwerge machen dabei die ganze Angelegenheit durchaus reizvoll.

Ich persönlich freue mich riesig, obwohl ich mit dem letzten DLC ja noch immer hinterher hänge. Aber 14,99 Euro sind für einen DLC nicht gerade ein Schnäppchen, weswegen ich bisher noch ein wenig warten wollte. Seit Mass Effect 3 sind meine Ansprüche an derartige (in meinen Augen durchaus fragwürdige) Erweiterungen ziemlich nach oben geschossen und ich bin gespannt, was die ersten Reviews dazu sagen werden. Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass wohl Konsolenbesitzer bei der ganzen Geschichte leer ausgehen, da der DLC augenscheinlich nur für den PC veröffentlicht wird.

Der Dunklen Brut eins auf die Mütze geben könnt ihr ab dem 11. August.

[Review] Ant-Man

Angesichts des Themas dieses Films war ich zunächst ein wenig skeptisch. Ich meine, Ameisen, echt jetzt? Ich bin zwar ein eingefleischter Marvel-Fan und kann mich gut auf allerlei Absurditäten einlassen, aber das ließ mich echt grübeln, ob ich die horrenden Kino-Eintrittspreise dafür wirklich ausgeben sollte.

Allerdings war die imdb-Wertung jetzt nicht allzu schlecht und da ich so gesehen keinen Marvel-Film bisher im Kino ausgelassen habe, wollte ich diese Tradition selbstverständlich nicht brechen. Worum geht es also? Scott Lang (gespielt von einem erstaunlich durchtrainierten Paul Rudd, den ich noch als soften Stalker in Jungfrau, 40, männlich sucht in Erinnerung hatte) ist frisch aus dem Gefängnis entlassen, in dem er mehrere Jahre wegen zahlreicher Diebstähle und Raubüberfällen einsitzen musste. Für seine Tochter möchte er endlich ein gesittetes Leben fern der Kriminalität führen, was mit einer Knast-Vergangenheit logischerweise alles andere als einfach ist. Nach der nächsten Kündigung beginnt er wieder in sein altes Schema zu rutschen und nimmt den Auftrag an, den Tresor eines unbekannten alten Mannes (Michael Douglas) auszuräumen. Dort finden sich aber nicht große Geldsummen, sondern nur ein merkwürdig anmutender Motorradanzug. Der entpuppt sich jedoch als technische Wundertüte, welche den Besitzer auf Ameisengröße schrumpfen lassen kann und ihn zum Superhelden im Miniaturformat macht. Es dauert nicht lange, bis Scott verwickelt ist in eine Marvel-typische Retten-wir-die-Welt-Geschichte.

Insgesamt muss ich sagen, war die Handlung doch teilweise ziemlich absurd, was der Humor an vielen Stellen aber wieder mehr als wett machte. Da haben die Filmemacher wirklich einen guten Ton getroffen, um den Zuschauer zu unterhalten. Auch Marvel-Fans werden die vielen Brücken zu vergangenen Comicverfilmungen sehr begrüßen und wie immer gilt, wer bis nach dem Abspann sitzen bleibt, sieht sofort, wohin die nächste Reise gehen soll. Paul Rudd macht seinen Job in diesem Film wirklich gut und kann als unfreiwilliger Held überzeugen, auch wenn Ant-Man insgesamt doch ein wenig zu seicht für meinen Geschmack ausgefallen ist. Die Story bietet nicht viel Neues, der Bösewicht passt in jede Klischeekiste und Evangeline Lilly sieht zwar wie immer makellos aus, bleibt aber zusammen mit Michael Douglas etwas farblos und absolut austauschbar. Noch dazu fand ich die 3D-Effekte wirklich dürftig. Eine Tiefenwirkung war zwar gut auszumachen, aber ansonsten gab der Film an Effekten einfach nicht genug her, um das dreidimensionale Potenzial richtig ausschöpfen zu können.

Insgesamt ist Ant-Man sehr unterhaltsam und kurzweilig, für mich als Marvel-Fan sowieso, aber wer mit den ganzen Comicverfilmungen nicht viel anfangen kann, der kann sich den Gang ins Kino auch ohne Gewissensbisse sparen.

Staub wischen

Jaja ich gebe es zu. Ich habe meinen Blog – mal wieder – schmerzlich vernachlässigt. Angesichts des Datums meines letzten Beitrages möchte ich am liebsten vor Scham in die nächste Ecke kriechen und mich selbst geißeln, aber ich muss einfach sagen, wie es ist: Ich hatte im letzten Jahr so abartig viel zu tun, dass ich einfach nicht die Muße gefunden habe, hier etwas zu posten. Neuer Job und neue Entwicklungen in meinem Leben haben dazu geführt, dass ich erstmal eher mit erwachsen sein beschäftigt war, als mit meiner kleinen hiesigen Oase der Selbstentfaltung.

Aber das wird besser, versprochen.

Ich kann nicht sagen, dass ich jetzt wieder regelmäßig schreibe, aber ich will mein bestes geben, vielleicht auch hier und da Dinge aus meinem Job einfließen lassen – mal sehn.

Fakt ist: Ich habe das Bloggen schmerzlich vermisst und ich gelobe Besserung. Mal wieder. 😉

Ansonsten wünsche ich allen, die hier noch vorbei schauen, eine tolle Restwoche, verbrennt euch nicht die Nase und genießt das Leben. 🙂

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