[Review] Ant-Man

Angesichts des Themas dieses Films war ich zunächst ein wenig skeptisch. Ich meine, Ameisen, echt jetzt? Ich bin zwar ein eingefleischter Marvel-Fan und kann mich gut auf allerlei Absurditäten einlassen, aber das ließ mich echt grübeln, ob ich die horrenden Kino-Eintrittspreise dafür wirklich ausgeben sollte.

Allerdings war die imdb-Wertung jetzt nicht allzu schlecht und da ich so gesehen keinen Marvel-Film bisher im Kino ausgelassen habe, wollte ich diese Tradition selbstverständlich nicht brechen. Worum geht es also? Scott Lang (gespielt von einem erstaunlich durchtrainierten Paul Rudd, den ich noch als soften Stalker in Jungfrau, 40, männlich sucht in Erinnerung hatte) ist frisch aus dem Gefängnis entlassen, in dem er mehrere Jahre wegen zahlreicher Diebstähle und Raubüberfällen einsitzen musste. Für seine Tochter möchte er endlich ein gesittetes Leben fern der Kriminalität führen, was mit einer Knast-Vergangenheit logischerweise alles andere als einfach ist. Nach der nächsten Kündigung beginnt er wieder in sein altes Schema zu rutschen und nimmt den Auftrag an, den Tresor eines unbekannten alten Mannes (Michael Douglas) auszuräumen. Dort finden sich aber nicht große Geldsummen, sondern nur ein merkwürdig anmutender Motorradanzug. Der entpuppt sich jedoch als technische Wundertüte, welche den Besitzer auf Ameisengröße schrumpfen lassen kann und ihn zum Superhelden im Miniaturformat macht. Es dauert nicht lange, bis Scott verwickelt ist in eine Marvel-typische Retten-wir-die-Welt-Geschichte.

Insgesamt muss ich sagen, war die Handlung doch teilweise ziemlich absurd, was der Humor an vielen Stellen aber wieder mehr als wett machte. Da haben die Filmemacher wirklich einen guten Ton getroffen, um den Zuschauer zu unterhalten. Auch Marvel-Fans werden die vielen Brücken zu vergangenen Comicverfilmungen sehr begrüßen und wie immer gilt, wer bis nach dem Abspann sitzen bleibt, sieht sofort, wohin die nächste Reise gehen soll. Paul Rudd macht seinen Job in diesem Film wirklich gut und kann als unfreiwilliger Held überzeugen, auch wenn Ant-Man insgesamt doch ein wenig zu seicht für meinen Geschmack ausgefallen ist. Die Story bietet nicht viel Neues, der Bösewicht passt in jede Klischeekiste und Evangeline Lilly sieht zwar wie immer makellos aus, bleibt aber zusammen mit Michael Douglas etwas farblos und absolut austauschbar. Noch dazu fand ich die 3D-Effekte wirklich dürftig. Eine Tiefenwirkung war zwar gut auszumachen, aber ansonsten gab der Film an Effekten einfach nicht genug her, um das dreidimensionale Potenzial richtig ausschöpfen zu können.

Insgesamt ist Ant-Man sehr unterhaltsam und kurzweilig, für mich als Marvel-Fan sowieso, aber wer mit den ganzen Comicverfilmungen nicht viel anfangen kann, der kann sich den Gang ins Kino auch ohne Gewissensbisse sparen.

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