Auf Reisen

Die letzten freien Tage musste ich mich wie aus einem Zwang heraus dringend in ein Flugzeug setzen und das Land aufgrund akutem Fernwehs verlassen. Es ist ja nun Tradition, dass ich jedes Jahr sage „aber nicht schon wieder Ägypten!“ und trotzdem immer wieder in der von mir so heiß und innig geliebten Wüste am Roten Meer lande.

Wieder habe ich einiges erlebt und festgestellt, dass 7 Nächte wirklich und wahrhaftig zu wenig sind, um wirklich richtig abschalten zu können. Diesmal habe ich auch etwas mehr unternommen als die üblichen Schnorchelausflüge am hoteleigenen Riff, was mir die eine oder andere witzige und abstruse Erfahrung bescherte. Dies fing schon mit der bei der Reiseleitung gebuchten „Massage“ an, die in einem Roadtrip durch halb Hurghada endete, mit zwielichtigen Spa-Einrichtungen im Keller, dubiosen Dampfbädern und einem Jacuzzi, der wohl auch schon bessere Tage erlebt haben dürfte. Irgendwann kam dann die gewünschte Massage, bei der meine Entspannungsbeauftragte sich aber wirklich als liebe, herzliche Frau entpuppte, die sich alle Mühe gab, dass ich mich dann doch ein wenig fallen lassen konnte.

Es sollte sich herausstellen, dass die Transferzeiten, die einem für die angegebenen Ausflüge genannt werden, wohl nicht so wirklich dem deutschen Zeitfenster entsprechen – also wer jemals in Ägypten mit der Reiseleitung irgendwohin fahren möchte, sollte noch gut das Doppelte drauf schlagen. Nicht umsonst unterscheiden die Einheimischen schon in „ägyptische“ und „deutsche Minuten“. Ich habe aber das Gefühl, dass in fast jedem anderen Land die deutsche Pünktlichkeit eher mit einem milden Lächeln abgetan wird, als dass man uns wirklich ernst nimmt. Wir sollten uns, was das angeht, wohl wirklich einmal zurücknehmen und das Ganze nicht so verkniffen sehen. Für mich als perfektionistischen Kontrollfreak sind solche Situationen natürlich das blanke Gift für mein wackliges Nervenkostüm.

Insgesamt war ich wieder einmal beeindruckt von der Herzlichkeit und der Höflichkeit der Ägypter, die trotz dass die Hotels maximal zu 30 Prozent ausgebucht waren, uns Gäste wie die Pharaonen selbst behandelten und sich ins Zeug legten, uns jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Klimaanlage im Zimmer defekt? Fünfzehn Minuten später war das Problem gelöst. Transfer von Luxor zurück zum Hotel mit arger Verspätung (ich erwähnte die ägyptischen Minuten!) und kein Essen mehr? Dreißig Minuten später gab es Sandwiches und frisches Obst aufs Zimmer. Dies mag natürlich auch an dem Hotel an sich gelegen haben, aber nach meinem nun vierten Trip ins Reich der Pharaonen habe ich noch nie auch nur irgendetwas zu beanstanden gehabt – von meinem empfindlichen Magen einmal abgesehen, dem auch das beste 5-Sterne-Gericht irgendwann etwas zu viel wird.

Absolute Highlights in diesem Urlaub waren u.a. das Frühstück auf dem Boot auf offenem Meer, direkt an einem wunderschönen Korallenriff oder beeindruckende Hieroglyphen in den Pharaonengräbern im Tal der Könige, wobei das Grab Ramses IV. mir wohl nie wieder aus dem Kopf gehen wird. Dass diese leuchtenden Farben knapp 3000 Jahre alt sind, ist einfach nur surreal. Insgesamt ließ vor allem dieser Trip mein kleines Historikerherz vor Freude Luftsprünge machen.

Zur Entspannung trug vor allem das Restaurant direkt am Meer bei – ich habe noch nie so guten Fisch gegessen! Das Essen ist aber auch Schuld, dass ich jetzt wieder gehörig ins Training einsteigen muss – die nächste Runde im Park steht heute noch ganz fest auf dem Plan und vielleicht kann ich dann auch endlich die 9 km knacken!

Ich kann nur jedem empfehlen, nach Ägypten zu reisen. Die Menschen sind an Freundlichkeit nicht zu überbieten, es wird stark, aber nicht einengend auf die Sicherheit geachtet und die heiße Wüstensonne ist gut auszuhalten. Zudem ist die Sicherheit, wie man taurigerweise gesehen hat, während eines Ausfluges überall auf der Welt nicht mehr gewährleistet…

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3 Gedanken zu “Auf Reisen

  1. Wow! 😮
    Ägypten ist als Reiseziel super, da gibts so viel zu sehen! All die Gräber und Tempel, da komm ich ins Schwärmen und beneide dich ein wenig. 🙂
    Danke für die tollen Eindrücke und Bilder, da ich dieses Jahr keinen Urlaub machen kann, komm ich so wenigstens in Gedanken weg.

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      1. Ach, die DomRep, ja, aber Italien? Italien ist mein natürlicher Feind, so als Franzose, der auch ein wenig Fußball schaut. 😉

        Ja, hoffentlich, zumindest ein paar Tage JuHe irgendwo. Wobei ich auch mit Balkonien zufrieden wäre, das würde nämlich bedeuten, dass ich endlich was gefunden hätte. 😄

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