[Review] Jojo Moyes – Über uns der Himmel, unter uns das Meer

978-3-499-26733-8

Und wieder ein Hörbuch, was mir die anstrengende Fahrt zu meiner Arbeitsstätte erleichterte. Ich habe bisher so einige Bücher von Jojo Moyes gelesen – viele werden sie mittlerweile durch Ein ganzes halbes Jahr kennen, dessen Verfilmung dieses Jahr Erfolge in den Kinos feierte und den ich mir ebenfalls mit meiner Schwester angesehen habe. Sehr zu empfehlen, wie ich an dieser Stelle anmerken muss!

In diesem Roman versetzt uns die Autorin in das Jahr 1946. Sechshundert australische Frauen aus den unterschiedlichsten Kreisen begeben sich auf den britischen Flugzeugträger Victoria, der sie ins ferne England zu ihren Ehemännern oder Verlobten bringen soll, von denen der Krieg sie über eine lange Zeit trennte. Hier birgt nicht nur das enge Zusammenleben der Damen mit dem Marinesoldaten eine Menge Konfliktpotenzial, auch das Verhältnis untereinander wird im Laufe der Reise auf eine harte Probe gestellt. Besonders mit letzterem hat die junge, in sich gekehrte Frances zu kämpfen, die wohl am Wenigsten damit gerechnet hätte, dass sie sich an Bord zu dem Marinesoldat Henry Nicol hingezogen fühlt, der Nacht für Nacht Wache vor ihrer Zimmertür schiebt. Doch eines Tages kommt Frances‘ dunkle Vergangenheit ans Licht, was die weitere Reise zu einer aufwühlenden Herausforderung macht.

Hier muss ich sagen, passt die Stimme von Luise Helm wunderbar zum Geschehen und die Emotionen und Gefühle der einzelnen Protagonisten sind hautnah nachzuempfinden. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr leicht, fließend, aber nicht zu seicht, als dass ich es in die typische Frauenkitschecke schieben würde. Die Zeilen fliegen nur so an einem vorüber und auch wenn meines Erachtens der Roman einen etwas langatmigen Start hinlegt, hat Moyes einen spätestens beim Betreten des Flugzeugträgers in ihrem Bann. Die unterschiedlichsten Charaktere sorgen dafür, dass man sich in jedem Fall mit dem einen oder anderen Schicksal identifizieren kann. Auch das historische Ambiente sorgt für einen etwas anderen Einblick in einen Aspekt der Nachkriegszeit, der mir persönlich nie gegenwärtig war – wahnsinnig interessant aufbereitet und mit der gehörigen Portion Herzschmerz, den man von der Autorin einfach erwartet. Wer also zusammen mit Margaret einen kleinen Hund auf ein Boot schmuggeln, sich über Avice‘ Zickereien aufregen oder mit dem Schicksal der blutjungen und ebenso naiven Jean mitleiden möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen.

 

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