[Review] Jackie

Trailer

 

Jackie ist ein tiefgehendes Biopic, in dem sich alles rund um das Schicksal der Jackie Kennedy dreht, die sich kurz nach der Ermordung ihres Mannes, dem Präsidenten J.F. Kennedy, dem Scherbenhaufen ihres bisherigen Lebens gegenübersieht. Nur eine Woche nach dem dramatischen Ereignis wird die gebrochene Frau interviewt und gibt dem Journalisten einen Einblick in ein Leben, welches nicht nur von Prunk und Glanz geprägt war. Ebenfalls erhascht der Zuschauer einen Blick direkt auf den Tag des Anschlags und bekommt eine Version dieses Ereignisses, die direkt aus der Sicht der Präsidentengattin berichtet.

Was zu Beginn auffällt, sind die eindringlichen Aufnahmen und Schnitte, die den Zuschauer ganz nah an Jaqueline Kennedy, herausragend gespielt von Natalie Portman, heranbringen. Auf pompöse, dramatische Musik wird sehr oft verzichtet, sodass man seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Gefühlsregungen und die Mimik der Hauptfigur richten kann, die zwischen großer Verzweiflung, starrer Resignation und düsterer Erhabenheit schwankt. Mit Rückblicken gewinnt man einen Eindruck, wie Jackie Kennedy versuchte, aus dem Weißen Haus einen repräsentablen Ort zu machen, wie sie mit Selbstzweifeln kämpfte und wie sie alles daran setzte, das Begräbnis ihres Mannes gemäß seines politischen Status zu organisieren. Eine große Prozession sollte es werden, ganz in den Fußstapfen von Abraham Lincoln. Die ganze Zeit wirkt sowohl die Wahl der Schauspieler (u.a. Billy Crudup als Journalist und der erst kürzlich verstorbene John Hurt als Priester) als auch die zeitgenössischen Kostüme und Kulissen glaubwürdig und nie gekünstelt oder übertrieben. Bei der ganzen Eindringlichkeit, bei all den großen Charakteren und authentischen Gefühlen fehlte für mich hin und wieder aber eines: Empathie mit der Hauptfigur. Die wollte nämlich nie so wirklich aufkommen. Vielleicht soll gerade diese Distanz zu Jackie Kennedy entstehen, sodass man ihre Persönlichkeit objektiver betrachten kann. Mir hat jedoch hin und wieder der eine Funke gefehlt, der mir ihr Leid wirklich greifbar gemacht hätte. Nichtsdestotrotz hat Portman das Lob für diese Rolle mehr als verdient.

Insgesamt ist Jackie ein sehenswerter Film, der weit von dem seichtem Einheitsbrei der letzten Tage entfernt ist.

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