Die Leipziger Buchmesse naht…

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…und wieder ist das Manuskript nicht fertig. Es ist zum Haare raufen. Wie jedes Jahr sehe
ich mich schon wieder vor den Ständen stehen und mich selbst gedanklich in den Allerwertesten beißen, weil meine eigenen Ideen noch immer unveröffentlicht in der digitalen Schublade meines PC’s verweilen, ohne dass auch nur irgendjemand je da mal seine Nase reingesteckt hat. Bei jeder Meldung nach Manuskripten, die man ja an Stand XYZ abgeben kann, klicke ich frustriert weiter, mein eigenes Unvermögen in konsequenter Verdrängung ertränkend.

Doch woran liegt dieses jährliche Frustschieben? Tatsächlich hat mein Buch im Vergleich zum letzten Jahr Fortschritte gemacht, auch wenn die Anzahl von Worten und Seiten nach wie vor meine Zähne zum Knirschen bringt. Noch allzu oft hänge ich an irgendeiner Stelle, bin unzufrieden mit einem Dialog oder – was eigentlich einer der Hauptgründe ist – finde ich mein Geschriebenes qualitativ nahe an meiner Friseurlektüre angesiedelt. Diese Sicht relativiert sich mit einigem Abstand ganz schnell, aber nach wie vor ist mein größter Feind im Schreibprozess mein Perfektionismus, den ich nur schwer abstellen kann. Dementsprechend schwer fällt es mir auch nach wie vor, andere mein Manuskript lesen zu lassen. Sobald mir beim Schreiben über die Schulter geschaut wird, habe ich den unmittelbaren Impuls, den Laptop panikartig zuzuklappen und den vermeintlichen Mitleser mit Schimpf und Schande aus der Wohnung zu jagen, damit auch ja kein abfälliges Wort über mein Projekt über seine Lippen kommt. So eine tief sitzende Unsicherheit bezüglich des vermeintlich eigenen Unvermögens sieht mir eigentlich überhaupt nicht ähnlich, ist aber gerade in diesem Feld ein ganz ganz gefährlicher Punkt. Dass ich mit dieser Einstellung sowieso nie etwas veröffentlichen werde, ist mir natürlich sonnenklar und – wie bereits erwähnt – mit etwas zeitlichem Abstand zum Schreibprozess kann ich auch mit einigem Selbstbewusstsein auf mein Geschriebenes schauen. Dies zu meinem Vorteil und für potenzielle Testleser zu nutzen – der Gedanke kam mir natürlich noch nie.

Nichtsdestotrotz freue ich mich wieder einmal sehr auf die Buchmesse und habe schon sowohl Fortbildungsangebote als auch Lesungen im Auge, die ich unbedingt verfolgen möchte. Das bunte Treiben, die schillernden Cosplays und die vielen verschiedenen Angebote an Literatur sind wie jedes Jahr eines meiner Messehighlights und die ganze Atmosphäre hat bisher jedes Jahr zu einer regelrechten Schreibwut bei mir geführt, die ich dieses Mal sehr gerne ein wenig länger erhalten möchte.

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5 Gedanken zu “Die Leipziger Buchmesse naht…

  1. Ich bin schon ein wenig neidisch, dass du hinkannst, Brandon Sanderson taucht ja auch auf. Aber ich wäre mit Öffis bei über 200 Euro. *schnief*

    Aber zum eigentlichen Thema: Das, was du beschreibst, kenn ich auch so ähnlich. Ich hab bisher mein Manuskript nur einer Person zu lesen gegeben, und mir deren Anmerkungen bis heute nicht angeschaut – das war vor fünf Jahren. Dadurch, dass man sein (unvollendetes) Werk zu lesen gibt, zeigt man sich auch von einer sehr verletzlichen Seite. „Was wird der Leser denken, welche Schlüsse zieht er gegebenenfals über mich, was, wenn es nicht gefällt“, etc.
    Ich kann dir sagen, deine Blogeinträge lesen sich gut und flüssig, also geh ich davon aus, dass es bei deinem Manuskript auch so sein wird!
    Und ich drück die Daumen, dass die Schreibwut anhält! 🙂

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    1. Brandon Sanderson kommt?? Uuuuh, das wusste ich gar nicht. Noch ein Grund mehr, hinzugehen 🙂 Vielen Dank für deine Nachricht, bisher bin ich noch schwer motiviert und hoffe, dass das auch anhält, wenn ich nach dem Urlaub wieder Brötchen verdienen muss 😉
      LG

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      1. Da siehste mal, was man nicht alles erfährt, wenn man ein wenig stalkt. XD
        Ich ärger mich ja grün und blau, aber Leipzig, zumal mit Öffis, ist halt doch zu weit und zu teuer. *seufz*
        Ich wünsch dir schon mal viel Spaß, wird sicherlich toll! 🙂

        Ich hoffe doch, dass du das schaffst! 🙂
        Und bis dahin: SChönen Urlaub! 🙂

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