Autorinnen meiner Kindheit

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Heute ist Weltfrauentag. Genügend Anlass, einmal gedanklich zurück zu reisen zu den Frauen, die mit ihren Geschichten meine Lesekarriere geprägt haben bzw. dazu beitrugen, dass ich selbst das Schreiben für mich entdeckte.

Ich habe schon sehr früh angefangen, Fantasy zu lesen. Damals, als das Genre noch als Schundromane verschrien kaum in den Läden zu finden war, steckte mir mein Vater immer das eine oder andere Buch zu und weckte schnell meine Begeisterung für eine Welt jenseits des grauen Alltags, in der es noch echte Helden und große Abenteuer gab. Frauen waren in diesem Genre jedoch eine lange Zeit kaum als Autorinnen anzutreffen, vor allem im deutschsprachigen Raum, weswegen es mir auch jetzt arg schwer fiel, Autorinnen meiner Vergangenheit in diesem Genre zu finden.

Wer mir allerdings sofort einfiel, war Juliet Marillier. Ihre Sevenwaters-Saga begleitete mich durch meine Schulzeit und hinein ins Studium und noch heute nehme ich die Bücher gern zur Hand, wenn ich wieder in diese magische, keltisch angehauchte Welt eintauchen möchte. Die Autorin hat eine wunderschöne Schreibweise, absolut passend zu den romantischen Geschichten, bei denen ich perfekt abschalten konnte.

Noch viel eher las ich Mondfeuer von Donna Gillespie, die mich in die Welt der Römer und Germanen entführte – ein historischer Roman, in dem die junge Auriane ihr Schwert gegen die Römer führt, um irgendwann ihre Bestimmung als Stammesführerin erfüllen zu können. Erinnere ich mich an dieses Buch, dann denke ich an eine Hängematte im Garten und an warme Sommertage in den Sommerferien.

Und letztendlich – und ich finde, dass jene Bücher nach wie vor viel zu wenig Beachtung in unseren Erinnerungen finden – denke ich an Jenny Winter, die mit ihren Geschichten rund um Lissy und den Reiterhof, meine Kindheit verzaubert hat und nicht nur einmal meinen Eltern das Leben schwer gemacht hat mit so einem glühenden Pferdenarren wie mir. Sie sorgte dafür, dass ich selbst eigene Geschichten schrieb, die sich zunächst in einem sehr ähnlichen Setting bewegten, dass ich die Zeit um mich herum vergaß und in meinen kindlichen Mädchenfantasien die größten Abenteuer auf dem Rücken eines Pferdes erleben konnte. Und auch wenn viele vermutlich die Nase angesichts solcher Bücher rümpfen, sollte vielleicht auch daran gedacht werden, dass die Fantasyromane, die ich fast zeitgleich las, zu jener Zeit einen ähnlichen Ruf hatten, aber dennoch ebenso zum Lesen und Schreiben und Fantasieren animierten, wie es diese auf den ersten Blick profanen Pferderomane taten.

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Mit Sicherheit könnte ich hier noch viel mehr Namen nennen. Namen wie Kristen Britain, Cornelia Funke oder Astrid Lindgren. Doch meist sind es ja gerade die trivial wirkenden Werke, die einem doch in liebevoller Erinnerung bleiben.

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13 Gedanken zu “Autorinnen meiner Kindheit

  1. Ursula LeGuin, Anne McCaffrey, Marion Zimmer Bradley … mythische Fantasy und Science Fiction war in den 70ern und 80ern eindeutig Frauensache. Habe immer noch totale Nostalgieflashs, wenn ich an die esoterisch angehauchten feministischen Darkover-Romane von Zimmer Bradley denke. So großartig, und für mich auch sehr prägend.

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    1. Science Fiction auch? Hätte Ich gar nicht gedacht. Aber Marion Zimmer Bradley hatte ich auch daheim in meinem Fundus, gelesen habe ich es nie so richtig. Obwohl ich das Thema an sich total spannend fand.

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      1. Ursula LeGuin hat Fantasy geschrieben, die Erdsee und weiteres 😉 Aber Zimmer Bradleys Darkover- und Anne McCaffreys Pern-Romane waren Science Fiction die sehr Fantasy-lastig war. Menschen stranden auf Planeten, werden dort vergessen und entwickeln sich zu einer fast mittelalterlichen Zivilisation zurück. 😉

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  2. Als du sofort mit Fantasy loslegtest, dachte ich erst beschämt „Und ich hab nur Pferdegeschichten gelesen“, aber dann schriebst du ja zum Glück von Lissy. ^^

    Das Bild oben im Header (?) finde ich total schön, ich meine das offene Buch. Genau das sind Bücher für mich: Eine Welt in einer Welt.

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    1. Hehe, ich kann und will Lissy nicht vergessen. Das waren noch Zeiten … was das Headerbild angeht: genau denselben Gedanken hatte ich auch. Ein Ort, wo man hinreisen kann, so oft man möchte. Alternativ könnte da auch ein PC Monitor stehen 😆

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  3. Ich finde das Bild oben auch sehr schön! 🙂

    Ich kenn die von dir aufgezählten Werke und Autorinnen leider gar nicht, würde bei den Autorinnen aber auf jeden Fall Rowling, Novik und Rubinstein erwähnen, die lese ich ganz gerne. Pozinianski ist auch fein, zumindest bei einigen Büchern. Ann Leckies Ancillary-Trilogie war (bis auf das Ende) auch sehr gut.

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    1. Ohje die sagen mir widerum nix 😲 ok Rowling vielleicht,aber die habe ich damals boykottiert, weil ich ja schon Jahre zuvor Fantasy gelesen habe und es nicht eingesehen habe, diesem Hype zu folgen 😆 ich naives Ding

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      1. Tja, dein SuB freut sich jetzt schon! XD
        Ach, ich hb den Hype erst entdeckt, als es eh schon zu spät war, nämlich bei Buch 4. Da hat es mich auch nicht gestört, ich habs halt gelesen, weil ich es gut fand, während die anderen schon fleißig zu Band 4 geredet haben. XD

        Du kannst es ja nachholen. Hat zwar ein paar Schwächen, aber es ist schon ganz unterhaltsam. 😀

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      2. *Taschentuchreich*
        Games? Du willst nicht wissen, was hier noch alles auf mich wartet. Und trotzdme ist das einzige Spiel, das mich momentan beschäftigt, Breath of the Wild und die Frage, ob und wie ich das doch noch auf meiner WiiU unterbekommen kann, damit ich nicht bis nächstes Jahr warten muss. XD

        Aber sieh es mal so: Für schlechte Zeiten ist mit einem SuB vorgesorgt. Und uns Lesern stehen viele tolle Besprechungen bevor! 😉

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