[Review] Jojo Moyes – Im Schatten das Licht

978-3-499-26735-2Kürzlich im Urlaub musste mal wieder eine Lektüre fürs Herz her, denn hin und wieder brauche ich ein wenig Abwechslung vom Ganzen fantastischen Mord und Totschlag und verliere mich gern in etwas Herzschmerz. Da ich die Bücher von Jojo Moyes und fast alle gelesen habe, durfte natürlich auch ihr neuestes Werk Im Schatten das Licht nicht fehlen.

In diesem Roman, der wieder einmal beim Rowohlt Verlag erschienen ist, lernen wir Sarah und ihren Großvater kennen, der als ehemaliger französischer Dressurreiter nun seiner Enkeltochter sein geballtes Wissen rund um die mysteriöse Verbindung zwischen Pferd und Reiter weiter gibt. Sarah, die sich sonst kaum für etwas Anderes außer ihr Pferd und das gemeinsame Training interessiert, wird plötzlich aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, als ihr Großvater schwer krank wird.

Sie landet bei Natasha, einer ambitionierten Anwältin, die hin und her gerissen ist zwischen ihrer Karriere, ihrer Affäre und ihrem Exmann, der plötzlich wieder vor der Tür des gemeinsam gebauten Hauses steht. Als nun plötzlich noch ein verlorener Teenager bei ihr einzieht, scheint das Chaos perfekt.

 

Mein erster Gedanke war: Oooooh eine Pferdegeschichte, das erinnert doch schwer an meine Kindheit – und dann auch noch gepaart mit einer hoffentlich emotional aufreibenden Liebesgeschichte, was will frau mehr. Tatsächlich steht hier aber mehr die junge Sarah im Mittelpunkt, die irgendwie versucht, allein zurecht zu kommen, nachdem ihr innig geliebter Großvater im Krankenhaus gelandet ist. Das Training mit ihrem Pferd gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, denn der Hof, wo es untergekommen ist, wurde mittlerweile verkauft, noch dazu an einen Besitzer, dem eher das Geld als das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Geld, was Sarah nicht hat.

Währenddessen versucht Natasha krampfhaft, ihre Karriere voran zu bringen, wohl vor allem auch, um sich von ihren widersprüchlichen Gefühlen zu ihrem Ex Mac abzulenken, der ihre ganze Alltagsroutine durcheinander bringt. Irgendwann war ich allerdings von ihrem neurotischen Gezicke reichlich genervt, auch wenn man in einigen Situationen durchaus nachvollziehen kann, dass sie die Nerven verliert. Wenn es um die junge Sarah geht, schafft es Moyes sehr gut, die widersprüchlichen Gefühle eines Teenagers, der viel zu früh erwachsen sein muss, darzustellen, allerdings bleibt immer eine gewisse Distanz zu ihr, die schwer die vermutlich gewollte Dramatik aufkommen lässt. Ohnehin zieht sich das ganze Hin und Her unnötig in die Länge und ich hatte beständig das Gefühl, dass doch jetzt endlich mal etwas passieren müsste. Der auf dem Cover angekündigte Roadtrip nach Frankreich spielt sich diesbezüglich auch erst im letzten Drittel des Buches ab, was ich ziemlich schade fand, da in der Beziehung zwischen Sarah und der französischen Dressurtradition ja der eigentliche Kern der Geschichte liegt. Noch dazu war das Ende unfassbar kitschig, auch wenn ich sonst eine große Verfechterin von derlei Kinkerlitzchen bin. Dies war leider bisher Moyes‘ schwächstes Buch, auch wenn es sich nach wie vor angenehm liest und durchaus Potenzial hat.

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