[Review] King Arthur: Legend of the Sword (2017)

Trailer

 

Wenn ich an König Artus und die Ritter der Tafelrunde denke, dann kommen mir längst nicht mehr angestaubte Bilder mit bunten Roben, graubärtige Magier und jungfräuliche Damen in den Sinn. Bereits 2004 verfolgte ich mit Begeisterung die Verfilmung von Antoine Fuqua, welche sich eher an dem historischen Stoff der Artuslegende orientierte und mit Clive Owen als Artus ein neu interpretiertes Bild des Mythos zeigte.

Nun war ich aufgrund des vielversprechenden Trailers sehr gespannt auf die neue Verfilmung, die wieder viel mehr Magie und vor allem auch mehr Action versprach. Guy Ritchie nahm sich des Stoffes an und setzte den aus Sons of Anarchy bekannten Charlie Hunnam in die Rolle des Königssohnes, der das Schwert aus dem Stein ziehen sollte.

Die Geschichte ist nicht neu, doch die Aufmachung umso mehr. Bereits zu Beginn wird man mitten hinein ins Schlachtgetümmel geworfen, in dem sich König Uther (Eric Bana) gegen den bösen Magier Mordred zur Wehr setzen muss. Dabei wird er von seinem machthungrigen Bruder Vortigern (Jude Law) hinterhältig ermordet und Arthur, nun Waisenkind, landet ausgesetzt in einem Boot bei einer Schar Prostituierten, die sich seiner annehmen. Zwischen Armut, Geldgier und Gewalt wächst er zu einem redegewandten Mann heran, der sich auch im Kampf zu behaupten weiß. Durch eine Verkettung von Intrigen gerät er, unwissend um seine Herkunft, schließlich in die Fänge von Vortigern, der nach dem Kind fieberhaft suchen lässt, welches als Einziges seine Herrschaft nun noch gefährden kann. Junge Männer in seinem Alter müssen reihenweise versuchen, das sagenumwobene Schwert Excalibur, die Waffe Uthers, aus dem Stein zu ziehen, und Arthur selbst hätte wohl am Wenigsten damit gerechnet, dass ausgerechnet er zu dieser Leistung imstande ist. Fortan wird er zur Zielscheibe von Vortigerns Häschern und muss sich entscheiden, ob er sein Schicksal annehmen will oder doch lieber die Flucht ergreift…

 

Was bereits zu Beginn auffällt, ist das rasante Tempo, was in diesem Film an den Tag gelegt wird. Von Szene zu Szene hetzen rauschende, in grau gehaltene Bilder, die Dialoge sind schnell und mit einem Schwung schwarzhumoriger Ironie, sodass man kaum Luft holen kann. Dabei werden viele Aspekte der Handlung erst im Nachhinein erklärt, was hin und wieder ein wenig für Verwirrung sorgt, sich aber schnell aufklärt. Man merkt dem Film an, dass er möglichst viele Aspekte der Handlung in die vorgegebene Zeit pressen will, weswegen einiges sehr gerafft wirkt und man vermutlich gern mehr davon gesehen hätte, um Arthurs Entwicklung zum König Englands nachvollziehen zu können. Hier trösten den Zuschauer die kunstvoll inszenierten Bilder über die eine oder andere inhaltliche Schwäche hinweg, denn die Optik ist eine der größten Stärken des Films. Die blitzartigen Schnitte wirken nirgends deplatziert, die ansehnlichen Kampfchoreografien sind an den richtigen Stellen im Zeitraffer dargestellt und der mitreißende Soundtrack von Daniel Pemberton untermalt das Ganze mit wuchtigen Klängen. Wer den Film in 3D schaut, kann sich auf tolle Effekte, klare Konturen und gut erkennbare Pop-Outs freuen, die das Herz eines jeden 3D-Freundes höher schlagen lassen. Qualitativ habe ich hier rein gar nichts auszusetzen.

Zu modern, werden hier einige monieren, zu hektisch und oberflächlich die anderen, ich jedoch habe mich von diesem Actionspektakel und seinen düsteren Fantasyelementen gern mitreißen lassen und genoss jede rauschhafte Minute. Überraschend war hier für mich vor allem ein durchaus glaubhafter Jude Law, der als Vortigern mit jedem Mittel an die Macht gelangen will. Vielleicht soll damit ein neuer Weg in der Schauspielkarriere des einstigen Frauenschwarms eingelegt werden – ein guter Grundstein wurde hiermit in jedem Fall gelegt.

Insgesamt ist King Arthur ein sehr sehenswerter Film, der eine alte Geschichte ganz neu interpretiert aufleben lässt. Dies gefällt vielleicht nicht jedem, vermag aber voll und ganz unterhaltsames Popcorn-Kino zu bieten

 

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