[Review] Joe Abercrombie – Königsjäger

Koenigsjaeger von Joe AbercrombieDie junge Dorn ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was sich ihre Mutter unter einer mustergültigen Tochter vorstellt. Sie ist wild, unausstehlich, unnahbar und träumt davon, eine große Kriegerin zu werden, ganz nach dem Vorbild ihres Vaters. Dieser war ein großer Krieger, der durch Verrat ums Leben gekommen war. Doch als Dorn im Zweikampf einen Jungen tötet, scheint ihr Leben verwirkt. Da nimmt sich der Gelehrte Yarvi ihrer an und für Dorn beginnt eine lange Reise quer durch das Splittermeer…

 

Bereits den ersten Teil der Königs-Romane von Joe Abercrombie mochte ich sehr gern, obwohl Königsschwur für mich hinsichtlich Charaktertiefe und Handlungskomplexität nicht an die überragenden Klingen-Romane heran kam. Der zweite Band sollte mich jedoch sehr überraschen. Dorns Reise über die Meere ist von Abercrombie spannend und mitreißend geschildert, obwohl man mit dem Mädchen zunächst nicht wirklich warm wird. Sie ist so kalt wie die See selbst und ihre ruppige Art erinnerte mich schwer an Monzcarro aus Racheklingen. Auf der langen Reise auf der Südwind jedoch wird Dorn nach und nach erwachsen, was vor allem auch an dem Einfluss der anderen Mannschaftsmitglieder des Schiffes liegt, die alle für sich eigene Charakterzüge und Eigenheiten haben. Dies ist wieder einmal die große Stärke des Buches und Abercrombies Markenzeichen, dass er die Charaktere durch bitterböse, authentische und tiefschwarz erheiternde Dialoge zum Leben erweckt, sodass man irgendwann das Gefühl hat, direkt neben den Ruderern zu sitzen und den eisigen Winden der See zu trotzen oder mit ihnen ferne Länder auf der Suche nach Verbündeten zu erkunden. Denn Gettland steht kurz davor, in einen großen Krieg hineingezogen zu werden, weswegen Prinz Yarvi, Hauptprotagonist des ersten Teils, nun fieberhaft Anhänger um sich scharen muss, um der Bedrohung die Stirn bieten zu können. Dementsprechend mangelt es nicht an politischen Intrigen, Ränkeschmieden und unverhofften Wendungen innerhalb der Geschichte, sodass keine Seite des Buches langweilig wird. Ich habe jedes Kapitel mit Spannung verfolgt und kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der Seite an Seite mit rauen Nordmännern in die Schlacht ziehen möchte – und dazu nicht einmal die Hängematte im Garten verlassen muss. 😉

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