Gaming-Spleens: Das Bildnis der Nemeryll.

Die Guddy hat zu einer sehr amüsanten und interessanten Blogparade aufgerufen, in der man doch einfach mal von seinem größten Gaming Spleen berichten soll. Dies ist doch ein guter Zeitpunkt, sich einmal selbst zu reflektieren und das eigene Gamingverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen und … ohje … was kommen da für psychologisch-fragwürdige Züge ans Tageslicht! Ich könnte jetzt von meiner Feigheit in gruseligen Spielsituationen berichten oder von meiner Neigung, bei der Erkundung von Dungeons krampfhaft um die Ecke schauen zu wollen, sodass ich fast vom Stuhl falle, aber nein …

Meine größte Macke liegt tatsächlich in der Charaktererstellung, ähnlich wie bei Guddy selbst.

Liegt es bei ihr lediglich an der Haarfarbe, so ist es bei mir der komplette Charakter der größte Knackpunkt eines Spiels. Gerade in Rollenspielen hat man ja oftmals das Vergnügen, seinen Charakter nach seinen eigenen Vorstellungen eigens kreieren zu dürfen. Bei all den Freiheiten, die solche Spiele bieten, bin ich in meiner Auswahl dann doch sehr eingeschränkt und auch auf eine sture Art und Weise furchtbar festgelegt. Ich spiele nämlich immer mich selbst! Soll heißen: mein Charakter soll möglichst so aussehen wie ich, nachdem man mich durch diverse Verschönerungsfilter gezogen hat. Das heißt, mein blondes Haar ist einerseits ein Muss, andererseits auch die Gesichtsform, Augenfarbe, (ungefähre) Körpergröße. Selbst die Frisur sollte angepasst sein. So spielte ich bis vor Kurzem eben Blondinen mit recht kurzen Haaren, jetzt wo sie länger werden, darfs dann auch schon mal die Wallemähne sein. Denn wie ich schon sagte: Ich spiele mich selbst, nur optimiert! 😉 Sobald ich einen Mann spielen muss, geht bei mir schon siebzig Prozent des Spielvergnügens flöten, dabei habe ich eine ausgeprägte Fantasie und auch Perspektivwechsel fallen mir gewöhnlich nicht schwer. Auch die Tatsache, dass ich mir dann in der Vogelperspektive andauernd quasi selbst auf den Hintern starre, könnte man an dieser Stelle in Freudscher Manier auseinander nehmen, aber … lieber nicht!

Einzig und allein Geralt aus der Witcher-Reihe hat es geschafft, dass ich dann doch gern einen Mann spiele, weil wohl der Charakter so einzigartig und toll ist, dass ich hier einmal meinen Gaming-Narzissmus beiseite legen kann. In fast allen anderen Situationen ist mein erster Blick bei einer Neuanschaffung die Charaktererstellung. Wehe dem Spiel, dass es nicht schafft, mich nicht visuell vollständig in die Welt zu integrieren. Ist dies vielleicht der Wunsch, die Realitätsflucht voll und ganz durchleben zu können? Oder bin ich einfach nur so von mir selbst eingenommen, dass ich nur mich als Hauptcharakter akzeptieren kann? Anthropologische Studien wären an dieser Stelle sehr interessant.

Wie dem auch sei, entsprechend meiner Gewohnheit ist mein derzeitiger Charakter in Pillars of Eternity auch eine blonde, menschliche Kriegerin. Wahlweise wäre hier noch eine Elfe möglich gewesen, Zwerge fallen bei mir kategorisch aus. So konnte ich mich auch absolut nicht durchringen, im neuesten Dragon Age- Inquisition eine Qunari zu spielen, wenngleich mich die neue Rasse brennend interessierte. Wer weiß, wann ich diese mir selbst auferlegten Schranken durchbrechen kann.

Ich bin sehr gespannt, auf die anderen Gamingmacken, die jetzt so allmählich ans Tageslicht kommen und freue mich schon auf neue virtuelle Neurosen! 🙂

 

 

 

 

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5 Gedanken zu “Gaming-Spleens: Das Bildnis der Nemeryll.

  1. Das mit der Charaktererstellung kenne ich auch! Es kann nicht genug Werte und Regler geben, unter dem Zahlenwerk von DSA läuft da gar nichts! 😉

    Vereinfacht wird die Charaktererstellung bei mir allerding dadurch, dass ich immer Zwerge spiele. Immer. Ausschließlich. Beinhaltet das Spiel keine Zwerge, bin ich enttäuscht! Ja, Morrowind, Oblivion und Skyrim, ich sehe euch an! 😉

    Eine weitere Macke besteht darin, dass ich in Spielen wie Baldur´s Gate, Pillars of Eternity oder Tyrrany zwanghaft jeden Raum und jede Ecke ablaufen muss, jeden Kiste öffne und absolut jeden unnötigen Ramsch ins Inventar packe. 🙂

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  2. Das kommt mir bekannt vor. Das fing bei mir damit an, dass ich immer meinen Namen für den Avatar benutzt hab – nix da Ash oder so – und auch bei Spielen mit Editor versuche ich, eine gewisse Ähnlichkeit herzustellen. Abgesehen von Skyrim, wo ich ganz bewusst eine weibliche Figur spielen wollte. 😀

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