Welches Medium soll es sein?

Adaptionen der verschiedensten Geschichten gibt es mittlerweile in mannigfaltiger Weise. Buch zum Film, Filmadaption des Buches, Hörbuch, wenn man Glück hat gibt’s das Ganze noch als Theaterstück oder, wenn man richtig Glück hat, noch als Game, damit man die Lieblingsgeschichte auch noch interaktiv erfahren kann.photo-camera-219958_640

Oft bin ich überrascht, wenn ich einen Film schaue, dass dieser auf einem Buch basiert, welches schon seit Längerem als Bestseller gilt. Hin und wieder habe ich die Bücher bereits gelesen und freue mich wahnsinnig auf die Verfilmung, habe ich doch schon ganz lange Bilder meiner Charaktere im Kopf, die ich nun endlich auch außerhalb meines geistigen Auges sehen kann. Oft kommt es auch vor, dass die Filmvorlage als Roman im Handel erscheint, dies ist jedoch meiner Erfahrung nach die Seltenheit. Dazu muss ich auch sagen, dass die Filmadaptionen, die ich bisher gelesen habe, dem Niveau eigenständiger Lektüre nicht das Wasser reichen können und oftmals das Filmerlebnis fast schon ins Lächerliche gezogen haben. Über Ausnahmen lasse ich mich an dieser Stelle gern belehren 🙂

Doch was ist nun das geeignetes Medium, um dem Stoff am Ehesten gerecht werden zu können? Ich plädiere meist dafür, den Roman als Ausgangspunkt für weitere kreative Umsetzungen heranzuziehen. Leerstellen in der Handlung, offene Handlungsstränge, vom Autor bewusst oder unbewusst gelegte Lücken im Plot regen nicht nur die eigene Fantasie an, sondern biknowledge-1052014_640eten auch viel Spielraum für weitläufige Interpretationen, die man auf mannigfaltige Art und Weise umsetzen kann. Leider kommt es hier auch oft vor, dass visuelle Umsetzungen das eigene Bild des Charakteres oder eines besonderes Schauplatzes derart zerstören können, dass es hier eine Verfilmung sehr schwer hat, den eigenen Bildern im Kopf gerecht zu werden. Bestes Beispiel für mich ist hierbei Daenerys aus Das Lied von Eis und Feuer, die für mich eine der wenigen Fehlbesetzungen in der Serie zum Buch ist. Tolkiens Der Herr der Ringe, ein Buch, was ich bereits als Teenie mehrmals gelesen hatte, fand ich dahingegen wunderbar umgesetzt und konnte dem Regisseur Peter Jackson auch die eine oder andere Änderung verzeihen, sah ich hier doch das Herzblut, was hinter dem wahrhaftigen Mammutprojekt stand. Der Hobbit widerrum habe ich nie gelesen, weswegen ich sehr unvoreingenommen an die Filme herangehen konnte. Dennoch mochte ich nur den ersten Teil dieser Filmtrilogie wirklich gern.

Hörbücher stehen und fallen meiner Meinung nach mit dem- oder derjenigen, welcher oder welche das Buch vorliest. Wie oft habe ich es erlebt, dass ein dröger Leser die spannende Romanhandlung völlig zunichte machte und mich im Auto nahe an den Sekundenschlaf brachte, während ein guter Leser das Buch erst recht fesselnd für mich machte. Stefan Kaminski ist hier das beste Beispiel für mich – keiner vertont die Romane von Patrick Rothfuss so genial wie er (hat wohl im Deutschen auch keiner, aber ihr wisst ja, was ich meine!). Dem entgegen steht John Greens Eine wie Alaska, bei dem ich während des Hörens beinahe mit dem Kopf auf das Lenkrad knallte.

Was Theaterstücke angeht, so plane ich nach wie vor, mir Tschick von Wolfgang Herrndorf anzuschauen, habe ich doch das Buch gelesen, selbst an Schüler vermittelt und auch der Film steht längst auf meiner Watchlist. Die Möglichkeiten, drei Medien miteinander zu vergleichen, die sich einem Stoff widmen, fasziniert mich sehr und ich bin gespannt, welches der Umsetzungen mich mehr überzeugt. Hier sehe ich ebenfalls die große Chance von möglichst vielen medialen Interpretationen: ich kann somit ein breiteres Publikum erreichen, die verschiedensten Typen ansprechen und ihnen die Möglichkeit geben, den Stoff auf die Art zu erfahren, die ihnen am Ehesten entspricht. Nichtsdestotrotz sehe ich hier auch die Gefahr der Überflutung von Varianten, bei der man sich kaum entscheiden kann, was denn nun das Beste ist und was jetzt auch wirklich Sinn macht, Zeit und Gedanken hinein zu investieren. Seine eigenen Präferenzen zu kennen, kann hier von großem Vorteil sein.

Was Umsetzungen in Spielen betrifft, hat Guddy einmal einen sehr lesenswerten Blogartikel dazu geschrieben (hier und hier). Für mich ist nach wie vor die Reihe rund um den Hexer Geralt von Riva, basierend auf den Roman von Adrej Sapkowski, das Gelungenste, was mir dahingehend untergekommen ist, wenngleich sich hier nur lose an der Romanvorlage orientiert worden ist. Mit Hochspannung erwarte ich auch die angekündigte Netflix-Serie, bei der ich allerdings befürchte, dass meine immens hohen Erwartungen der Serienverfilmung kaum eine Chance lassen.

 

Wie sieht es bei euch aus? Buch, Film, Spiel oder was ganz anderes? Am besten alles zusammen? Verratet es mir! 🙂

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