[Gelesen] Katty Kay und Claire Shipman: Das neue Selbstbewusstsein

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Wenn ich nur enorm viel lerne, mich richtig anstrenge und in meinem Gebiet möglichst gut bin, dann kommt der Erfolg automatisch. So denken viele Frauen und so dachte auch ich. Dennoch ist es nach wie vor Realität, dass Frauen trotz enormer Kompetenzen die Karriereleiter nicht ebenso schnell erklimmen wie die Männer oder nach wie vor weniger verdienen. Hier hat sich bei mir besonders der Begriff der gläsernen Decke eingeprägt, der besagt, dass man als Frau automatisch irgendwann auf einer gewissen beruflichen Ebene hängen bleibt, ohne weiter aufsteigen zu können… eine deprimierende Vorstellung. Doch liegt die Schuld daran an dem bösen patriarchalischen System, welches die Frauen nach wie vor unterdrückt? Oder muss man hier als Frau eher in den Spiegel schauen und sich fragen, ob das eigentliche Problem nicht ganz woanders liegt?

Dieser interessanten Frage stellen sich die Journalistinnen Katty Kay und Claire Shipman in ihrem Buch Das neue Selbstbewusstsein – Was Frauen zum Erfolg führt. Sie legen den Fokus klar darauf, dass Frauen nach wie vor in unserer Gesellschaft ein geringeres Selbstvertrauen besitzen als Männer, obwohl sie mindestens die gleichen Fähigkeiten mitbringen. Doch woran liegt das? An der Erziehung? Oder sogar an den Genen? Mit einem sehr unterhaltsamen Schreibstil wird verdeutlicht, warum Frauen vermehrt eigene Erfolge dem puren Zufall und nicht der eigenen Kompetenz zuschreiben, während Männer oftmals besser klar zu ihren eigenen Errungenschafindexten stehen können. Selbst Frauen in den höchsten und einflussreichsten Führungspositionen offenbarten bei stärkerem Nachbohren Schwächen in ihrem Selbstvertrauen, weswegen die Autorinnen dieses Buches diverse Forschungsansätze zu Rate zogen, um dem auf den Grund zu gehen…

Ich persönlich finde schon allein das Thema sehr spannend, da ich auch an mir derartige Tendenzen feststelle, mein Licht unter den Scheffel zu stellen. Erfolg im Beruf? Glück gehabt! Einen neuen Job bekommen? Naja, das war wegen dem oder dem Kontakt! Der Tag lief gut? Aber was alles hätte passieren können! Das Gedankenkarussell dreht sich beständig in einer Negativspirale, die nie darauf ausgerichtet ist, auch mal stolz auf eigene Erfolge zu sein. Und sollte dann mal wider Erwarten etwas richtig gut funktionieren, dann war das eben der glückliche Zufall und nicht, weil ich das einfach gut kann. Hier bemerke ich auch das, was Klay und Shipman in ihrem Buch feststellten, nämlich dass Kompetenz allein nicht zum Erfolg führt – man muss sich auch selbstbe-     wboard-2433989_960_720.jpgusst präsentieren können, um in unserer Ellenbogengesellschaft Gehör zu finden. Und genau an diesem Punkt scheinen die meist auf Harmonie und Bescheidenheit getrimmten Damen ein Problem zu haben. Mir hat hier vor allem der Facettenreich-tum gefallen, mit dem die Thematik unter-sucht wurde. Man merkt deutlich, dass hier möglichst viele Blickwinkel und Perspektiven einbezogen werden wollten, um he-rauszufinden, was denn nun eigentlich uns Frauen zu mehr Erfolg führt. Zwar ist der Blick hier und da verstärkt sehr, wie sage ich es am Besten, amerikanisch, dennoch schaffen es Klay und Shipman wunderbar, aktuelle Forschungsergebnisse mit eigenen Erfahrungen zu kombinieren, was diesem Sachbuch eine sehr persönliche Note verleiht. Zudem freute es mich, dass an keiner Stelle das Gefühl aufkam, dass Frauen jetzt die neuen Männer sein sollen – ganz im Gegenteil. Vielmehr geht es hier um den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer eigenen weiblichen Persönlichkeit, die mit ein wenig mehr wohlverdientem Selbstvertrauen so viel mehr erreichen könnte.

Ein Aufruf, die Versagensängste ad acta zu legen und auf die eigenen Instinkte zu ver-trauen, auch auf die Gefahr zu scheitern. Eine klare Empfehlung!

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