Erstmals auf der Frankfurter Buchmesse: Ein Fazit

Am Freitag war es schließlich soweit: ich begab mich mit meinem weinroten Flitzer auf dem Weg ins große Mainhatten auf die Frankfurter Buchmesse, bereit, mich dort ins Getümmel zu stürzen. Angesichts der Tatsache, dass ich jetzt mehrere Jahre stets neidisch auf das Aufgebot an Schriftstellern schielte, die sich dort die Klinke in die Hand gaben, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Ein Blick vorab auf das Programm ließ aber schnell Ernüchterung einkehren – gerade im Fantasybereich waren die Veranstaltungen eher mau, einzig und allein einige Workhops und Vorträge interessierten mich. Ansonsten waren kaum Schriftsteller da, die ich nicht auch in Leipzig regelmäßig zu ihren Lesungen aufsuche. Nichtsdestotrotz war ich angesichts der Größe der Frankfurter Messe beeindruckt. Ich kam am Freitag gegen Mittag an und bereits der Weg ins Parkhaus erwies sich als wahre Schatzsuche, da mir mein Navi immer Durchfahrverbote oder Tankstellen als Wege zum Ziel verkaufen wollte. Letztendlich fand ich dann doch das Nadelöhr ins Innere des Parkhauses hinein und der Rest war dann mithilfe der freundlichen Hilfe eines ebenfalls gerade angereisten Fotografen schnell erledigt. Die ersten Stunden schlenderte ich ein wenig über das Gelände und erkundete die Stände der Verlage, die teilweise mit unheimlich viel Liebe zum Detail aufgebaut waren und um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlten. Auf der Agora der Messe war ein großes Yogi-Teezelt aufgebaut, in dem in uriger (und leider auch sehr stickiger) Kulisse Lesungen abgehalten wurden. Durch Zufall stolperte ich auch gleich in eine von Kai Meyer und Bernhard Hennen, die beide ihre neuen Romane Der Pakt der Bücher und Die Chroniken von Azuhr – Die weiße Königin vorstellten. Besonders ersteres machte auch durch den sehr sympathischen Autor besonders neugierig und ich fragte mich, wieso ich bisher noch gar nichts von Kai Meyer in meinem Regal stehen habe – ein Zustand, den ich baldigst zu ändern gedenke.

Abends hatte ich das Glück, bei der Happy Hour von Randomhouse dabei sein zu dürfen, wo ich bei ein paar Snacks mit zwei lieben Bloggerinnen ins Gespräch kam (liebe Grüße an dieser Stelle an Jacki von Liebe dein Buch). Allerdings gestaltete sich die Kontaktaufnahme zu anderen Anwesenden etwas schwierig. Es war recht undurchsichtig, wer jetzt als Blogger, wer als Mitarbeiter oder gar als Autor da war und viele kannten sich augenscheinlich bereits und waren dann schnell in ihren Grüppchen einverleibt. Ein schöner Ausklang dieses ersten Tages war die Veranstaltung dennoch.

Am nächsten Tag begab ich mich mit einer lieben Freundin, die aus Berlin angereist war, auf die wahrhaft abenteuerliche Suche nach einer geeigneten Frühstückslocation, was sich durch ein etwas mundfaules Navi und fehlende Ortskenntnis als 45minütige Odyssee herausstellte. Ein Bäcker mit gutem Frühstpcksangebot nicht unweit des Messegeländes brachte schließlich den ersehnten Kaffee und gestärkt ging es ins nunmehr stark angewachsene Getümmel. Die Lesung von Marc Uwe Kling verpasste ich durch diese Frühstücksmission – im Nachhinein finde ich aber die 5 Euro, die man wohl extra für diese Lesung hätte zahlen müssen, in frische Croissants besser investiert. 11 Uhr lauschte ich dann einem Vortrag zum Weltenbau in der Fantasy, der von den Autoren Sam Feuerbach, Greg Walters und Mira Valentin gehalten wurde. Sehr sympathisch, sehr interessant, nur leide mit etwas zu leise eingestellten Mikrofonen! Neben vielen neuen Ideen haben mich die drei vor allem auf ihre eigenen Veröffentlichungen aufmerksam gemacht und mir wertvolle Tipps zum Thema Self Publishing geben können.

So interessant dieser Einstieg in den zweiten Messetag war, so wenig hatte er dann aber doch letztendlich zu bieten. Wäre ich nicht in Begleitung da gewesen, hätte ich das Gelände vermutlich recht frühzeitig wieder verlassen, denn alle anderen Veranstaltungen waren mir in ihrer Form entweder bereits aus Leipziger Messetagen bekannt oder schlichtweg uninteressant für mich. Schade war auch, dass ich eigentlich sehr an der Lesung von Markus Heitz im bereits genannten Teezelt interessiert gewesen wäre – die 28 Grad draußen und gefühlte 40 Grad innerhalb des Zeltes ließen mich diese Entscheidung aber schnell überdenken, vor allem, da noch 4,5 Stunden Heimfahrt vor mir lagen.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, endlich wieder mit Büchermenschen um mich herum in die Welt der Literatur einzutauchen und wie auch Leipzig schaffte es Frankfurt erneut meine Ideen zu beflügeln. Allerdings weiß ich nicht, ob ich nächstes Jahr erneut den weiten Weg auf mich nehmen werde. Dies wird wohl stark von den anwesenden Autoren im nächsten Jahr oder mich begleitenden Personen abhängen. Umso mehr freue ich mich jetzt wieder auf Leipzig im nächsten Frühjahr.

Und weil Bilder oft auch mehr sagen als Worte – hier meine Eindrücke der Messe:

 

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