Bücher · Vom Schreiben

Träumerei: Ein eigenes Buch veröffentlichen

Dass ich schreibe, ist den Lesern dieses Blogs vermutlich nicht neu. Dass ich das Buch irgendwann in ferner Zukunft auch veröffentlichen möchte, auch nicht. Und dass ich seit Jahren mit Schreibblockaden, fehlender Zeit und diversen anderen Hürden zu kämpfen habe, ebensowenig.

Nun sollte man aber, vor allem im Hinlick auf das frisch geschlüpfte Jahr 2019, wenigstens noch träumen dürfen, wenn schon die Wörterzahl nicht dem entspricht, was man sich so in seiner Fantasie vorgenommen hatte. Was wäre, wenn das Manuskript endlich eingereicht ist, wenn sich die Verlage nahezu darum reißen und dir absolut freie Hand in Vermarktung und Gestaltung lassen? Immerhin hast du ja einen preisverdächtigen Bestseller geschrieben (ich verweise hier inständig auf den Beitragstitel!) und darfst dir dementsprechend alle Freiheiten erlauben!

Inspiriert dazu hat mich Guddy, die hier ebenfalls ihre eigene Träumerei von der ersten Veröffentlichung in Worte gefasst hat. Ich schließe mich dem gern an und träume ein bisschen mit. Hach.

Wie würde mein Buch also aussehen?

Zunächst einmal ist das Hardcover mit einem wunderschönen seidenglänzenden Leder(imitat!)umschlag versehen. Ein rotes, geflochtenes Band ersetzt das Lesezeichen, was ich sowieso ständig verliere, weswegen da irgendwann auch nur noch Kassenzettel herhalten müssten. Das Cover zeigt eine bergige Landschaft. In der Ferne erheben sich schneebedeckte Berge, deren weiße Hänge im Schatten der Schwingen eines riesigen schwarzen Drachen liegen, dessen mächtige Gestalt klar im Vordergrund des Motivs steht. Der Titel schimmert in goldenen Lettern und unter dem Klappentext auf der Rückseite betont George R. R. Martin, dass er noch NIE in seinem Leben etwas so episches und mitreißendes lesen dürfte. Nein, er erwäge sogar, genau aus diesem Grund Das Lied von Eis und Feuer niemals zu beenden, denn alles, was er jetzt noch zu Papier bringt, wäre angesichts dieser literarischen Meisterleistung unwürdig!

Ich sag’s nochmal: TRÄUMEREI! Und ein fehlendes Ende würde mir das Herz brechen!

Innen findet man eine ausklappbare Weltkarte, deren Gestaltung an alte Ölgemälde erinnert. Auch wenn das Glossar eh niemand liest, so befindet es sich dennoch am Ende des Buches. Hier wurde eine andere Schriftart verwendet, die ein wenig an eine geschwungene Handschrift erinnert, denn das Glossar stammt aus der Feder eines berühmten Hofchronisten, der mit seinem Sammelband Zeuge der schicksalsschweren Ereignisse meines Romans war. Dementsprechend sind diese Einträge auch aus seiner Sicht verfasst und mit persönlichen Kommentaren versehen. Die Kapitel der Geschichte, schlicht nummeriert, sind stets mit einem Zitat einer der Protagonisten versehen, welche schon ein wenig auf das kommende Geschehen hindeuten, ohne natürlich zu viel zu verraten. Der erste Buchstabe eines jeden Kapitels ist immer ein kleines Unikat, da er in ein fantasievoll gezeichnetes Bild eingebunden wurde,  und nimmt in etwa ein Drittel der Seite ein. Kleine Bildelemente unterstreichen hier das Zitat zu Beginn.

Und wie wird dieses Meisterwerk denn nun vermarktet? Auch wenn die Verkäufe ein Selbstläufer sind, versteht sich…

Selbstredend haben alle bereits auf das Erscheinen dieses Buches hingefiebert. Durch eigene Blogbeiträge rund um die Geschichte, Kurzgeschichten, die in derselben Welt spielen und einflussreiche, millionenschwere Influencerfreunde (hier muss ich dann doch ein wenig lachen), welche die Werbetrommel ohne mein Zutun kräftig angeworfen haben, schießen die Verkaufszahlen in die Höhe.

Die Lesungen, die ich abhalten werde, und bei denen durch intensives Training weder Stimme noch Hände zittern werden, meistere ich, ohne auch nur einmal in meinen sächsisch-anhaltinischen Dialekt zu verfallen. Meist finden diese Veranstaltungen in mittelalterlich-düsteren Orten statt – kleine, heimelige Räume in uralten Gemäuern, aber bitte mit Fußbodenheizung. Draußen gibt es kleine Stände mit käuflichen Lesezeichen, Buchplakaten und Met, bei dessen Genuss man dann noch ein wenig mit mir über das Buch plaudern kann. Ohne geht es dann vermutlich auch nicht, weil ich sonst vor Aufregung in Ohnmacht falle.

Insgesamt…

… wäre ich wohl allerdings schon sehr glücklich, wenn man mein Buch irgendwann kaufen kann und es tatsächlich den einen oder anderen gäbe, der es liest. Dabei ist es mir auch eigentlich egal, ob digital oder buchregaltauglich. Spaß hat mir diese Träumerei dennoch gemacht!

 

 

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2 Kommentare zu „Träumerei: Ein eigenes Buch veröffentlichen

  1. Gekauft! 🙂

    Insbesondere die Weltkarte findet meine absolute Zustimmung, ich liebe Bücher mit Weltkarten. Und auf die Rückseite muss ganz, ganz unbedingt unter das Zitat von George R. R. noch ein Vergleich zu Tolkien, so etwas geht immer. Ich glaube, das wird super! Ich würde dann meine Millionen an Followern auch bereitwillig zum Kauf animieren.

    Für eine Lesung ohne sächsisch-anhaltinischen Dialekt wäre ich allerdings in der Tat sehr dankbar! 😉

    Ach so: Frohe Neues!

    1. „Vom Weltrang eines Herr der Ringe“ … Hach! Dass ich da nicht dran gedacht habe. Und ich gebe mir Mühe, was den Dialekt angeht…der schlägt eh nur durch, wenn ich zu schnell spreche. Oder zuhause anrufe! 😀

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